Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1928)
- Date
- 1928-07-01
- Page
- Seite 395 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Vier Probleme des R. Jose usw. 395 und Judentum absondern wollten. Juden sind gezwungen, ihrer angestammten Religion und ihrer Nationalität treu zu bleiben, ob sie wollen, oder nicht. R. Jochanan b. Nappacha *) sieht im Exile eine göttliche Strafe für Annäherungsversuche an die Völker der Erde. Diese drei Zeugen genügen, um die Worte des R. Jose b. Chanina zu beleuchten. Die anonyme Haggada bespricht unser Problem recht häufig. Allerdings kann von Ihr nicht mit Sicherheit behauptet werden, daß sie die Stimmung dieser Periode wiedergibt. Die Möglichkeit kann jedoch nicht bestritten werden. Wir begnügen uns mit der kurzen Erwähnung der einzelnen Stellen. Der Haß zwisehen den Völkern und Israel ist eine Fügung der Vorsehung, damit Israel sich nicht assimiliere und von den Völkern 3er Welt ihre Wege lerne. Nach dem Tode Josephs haben sich die Israeliten in Aegypten soweit assimiliert, daß sie die Beschneidung auf gegeben haben. Ein Lehrer dichtet einen Dialog zwischen dem Volke und dem Propheten Ezechiel, in dem die Juden in Babylonien ganz unzweideutig zu verstehen geben: ״Wir sind aus dem Bereiche Gottes entlassen, wir wollen so sein wie die Völker der Welt!“ Das dürfte wohl auch die Anschauung jüdischer Kreise im dritten Jahrhundert gewesen sein. Andere lehren, daß an eine völlige Assimilation zwischen Juden und der Umwelt nie zu denken ist. Weder Religionsverfolgungen noch gütliches Zureden werden zum Ziele führen! Dies Material dürfte die Tatsache zur Gewißheit erheben, daß eine Assimilationsgefahr unter den Juden Galiläas im dritten Jahrhundert vorhanden gewesen ist. Die Lehrer haben die Nutzlosigkeit und die Folgen der Bewegung gebührend verdammt. R. Jose bar Chanina, dessen Verhältnis zur Außenwelt wir bereits im ersten Kapitel dargestellt haben, dürfte vor einer zu weit gehenden Absonderung mit den Worten des Propheten Arnos gewarnt haben.* 2) *) Pes. ed. Buber. 118 B. Vgl. Jeschurun XII. 440, 37. 2) Midrasch Temurah, ed. Wertheimer. S. 14, ferner Exod. r. 1,10; 19,6; Exod. r. 15,8. Vgl. auch Pes. r. 160 a, Midr. Cant, ed. Grünhut 43 B. Tanch. Buber V. S. 50.