Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1928)
- Date
- 1928-07-01
- Page
- Seite 394 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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394 Vier Probleme des R. Jose usw. über die Allgegenwart Gottes. Die Schule Ismaels lehrte, daß die Schechina überall gegenwärtig sei, deshalb kann kein Jude sich von seinem Gott losreißen und sich einem andern Volke anschließen, hingegen die des R. Äkiba beschränkt die Schechina auf das heilige Land, deshalb kann der Sünder sich von der Gemeinde abwenden.1) Einen Nachklang dieser assimilatorischen Bestrebung finden wir noch in einer anderen zeitgenössischen Homilie gegeißelt.2) Die Homilie ist auf Deut. 32,1 aufgebaut. Erst wird eine Parabel angeführt. Ein König hatte einen Sohn, der einem Pädagogen übergeben wird. Der Prinz vereitelt den Plan seines Vaters, indem er dem Pädagogen reichlich Speise und Getränke zur Verfügung stellt. Der Pädagoge wird durch Speise und Trank eingeschläfert, und der Prinz kann ruhig seine Lust befriedigen. Der König erhielt Kunde von diesen Vorgängen, und sagt: Ich beabsichtigte ja dasselbe, solange du nicht entweichst! So sagt auch A'ioses zu Israel: Was denkt ihr denn, daß ihr von den Fittigen der Schechina, oder aus dem heiligen Lande entfliehen könnet? Wahrlich nicht, denn Himmel und Erde werden davon Kunde geben! Mit einem Worte: der Jude kann sein Volk und sein Land, seine Religion und seinen Gott nicht verlassen, ohne der Strafe anheim zu fallen. Die Zeitgenossen des R. Jose b. Chanina nehmen öfters Gelegenheit, dies Problem zu besprechen. R. Jannai3) erklärt: Der Gottesname ist deshalb im Namen Israels enthalten, damit Israel nicht unter den Völkern verschwinde, untergehe. 4) Vielleicht dachte der Ämoräer, daß der Gottesname als Schutz gegen die Assimilation dienen kann? R. Chanina b. Chama 5) muß Assimilanten im Sinne gehabt haben, die sich von Gott *) Vgl. Marmorstein, The Old Rabbinic Doctrine of God. I. London, 1927. S. 147 ff. 2) Vgl. Sifre Dt. § 30 b. Midr. Tanaim S. 181 wird die Stelle R. Jehuda b. Hai zugeschrieben. 3) Pal. Taanith 65 d. Jaikut Hosea § 17. 4) Vgl. auch Tanch. B. Num. 10. Num. r. 2. 2, 5) Num. r. 2,16.