Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1928)
- Date
- 1928-07-01
- Page
- Seite 391 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Vier Probleme des R. Jose usw. 391 Lösung der vermeintlichen Widersprüche gegeben, oder wenigstens versucht. Tatsächlich gab es einen Midrasch, der speziell als Wegweiser für diesen Zweck angelegt wurde, und den Predigern zur Verfügung stand. Es kann auch nicht angenommen werden, daß eine solche Widerlegung wohl existierte, von den späteren Sammlern oder Abschreibern des haggadischen Materials aber mit oder ohne Absicht, weggelassen wurde. Wäre eine solche jemals vorhanden gewesen, so würden wir sie, mehr oder weniger wortsgetreu, noch heute lesen. Die Homilie erscheint mir wertvoller ohne jeden weitern Zusatz. Sie versieht uns mit einem Schlüssel, Tür und Tor zu öffnen, durch welche wir in die geistigen Stimmungen und religiösen Zeitfragen jener Periode hineinblicken und leuchten dürfen, die uns historisches Material zur Verfügung stellen, aus dem wir Probleme und Bestrebungen, welche die Zeitgenossen des Predigers bis aufs Innerste bewegten, erkennen dürfen. Die Haggadisten dürfen nicht mit trockenen Predigern verwechselt werden, die abgedroschenes Stroh dreschen, sondern Mäifner waren, die aus dem frischen Leben schöpften und auf das Leben der Menge einwirkten. Wenn wir heute in der wissenschaftlichen — nicht homiletischen — Haggadaforschung von der alten Bahn der Midraschexegese hie und da ablenken, so folgen wir in den historisch-kritischen Erklärungsmethoden vollständig den Anschauungen der alten Gaonim und der Haggadisten selbst, die sich über das wahre Wesen der Haggada durchaus klar waren. R. Jose bar Chanina bespricht hier in beredter Weise vier alte, geschichts-philosophische Probleme, die ihre Äctualität bis zum heutigen Tage bewahrt haben, und deshalb verdienen sie neuerdings besprochen und behandelt zu werden. Welche sind diese weltbewegende Fragen? III. Wir wenden uns der ersten Frage zu, die von den Lehrern und Schülern, Juden und Nichtjuden, Gebildeten und Ungebildeten, Gläubigen und Ungläubigen, in Tiberias und Lgdda, Caeserea und Kefar Nahum, in den Städten und Dörfern, in der