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Jeschurun · 1928-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1928) · p. Seite 385

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1928)
Date
1928-07-01
Page
Seite 385 (sequence 17)
Language
German
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Die Jüdische Höhere Schule in Theorie usw. 385 III. Jugendführung. Jugendpflege und Jugendbildung sind nicht das Letzte. Einbettung in einen gesunden Lebensraum, Einpflanzung in die geistige Welt der engeren und weiteren Heimat bedeutet noch nicht die ganze Sicherung des jungen Menschen, seines Da- und Soseins. Richtig verstanden bilden sie höchstens die beste Grundlage für das Wichtigste, was wir jungen Mensehen zu geben haben: Jugendführung, zur Höherbildung ihrer Persönlichkeit, die sichere Führung ihrer Seele durch inneres und äußeres Chaos, an der Mordecke vorbei, die nach Spranger jeder von uns in einem Winkel unserer Brust verbirgt, zu sich selbst, zu Gott. Früh hat diese Führung einzusetzen. Durch Disziplin muß das Kind angeleitet, gewöhnt und, wenn nötig, gezwungen werden, das Häßliche, Unwahre und Schlechte zu meiden. Das ist nicht zu umgehen. Es muß an wertgemäßes Handein gewöhnt werden, noch bevor es die Werte erlebt. Aber dabei dürfen wir nicht stehen bleiben. Das ist ״Mizwas anoschim melumodoh“. Mit einem gewissen Zeitpunkt muß diese Fremderziehung abgeschlossen werden, die Selbsterziehung einsetzen. Die höhere Schule sollte nur diese auf die Charaklerbildung abzielende Erziehung kennen. Auch Geistesbildung öffnet den Zugang zu Werten. Durch Lehren und Lernen wird so mancher Grundstein zum Aufbau der Persönlichkeit gelegt. Aber sie ist objektiv, bietet keine Gewähr für wertgemäßes Handeln, weil sie nicht auf den Lernenden bezogen ist. Führung muß subjektiv, intim und planmäßig, wenn auch unmerklich, den Willen zum Wert beeinflussen, und zwar nicht zu einem beliebigen, sondern zu den letzten höchsten Werten, wie sie die Religion darstellt. Diesen letzten leitenden Werten muß der Wille unterstellt werden, und diesem Willen gemäß zu handeln, muß der Lehrer begeistern. Die Persönlichkeit des Lehrers kann viel dazu beitragen, solche Wertgefühle zu wecken und zu pflegen. In den 2

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