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Jeschurun · 1928-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1928) · p. Seite 379

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1928)
Date
1928-07-01
Page
Seite 379 (sequence 11)
Language
German
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Die Jüdische Höhere Schule in Theorie usw. 379 dem Typ von ״Schlemiehlim“, die wir heute unter den Bücherwürmern finden. Die Hand als Hauptsitz des Muskel״ und Tastsinns spielt bei Aufnahme der Außenwelt durch die Sinne bei der Bildung der Sinne eine solche Rolle, daß ihre Vernachlässigung als schwerer Erziehungsfehler gelten muß. Zur Berichtigung und Ergänzung des Gesichtssinnes ist ein ausgebildeter Tastsinn unentbehrlich, zur Darstellung in Bild und Modell ist er der Sprache überlegen. Darum muß neben das Zeichnen, wobei nur Muskel und Gesichtssinn herange״ zogen werden, auch die plastische Darstellung treten. Denn was die Seele allseitig durch die Sinne in sich aufgenommen, das bringt sie auch wieder allseitig zur Darstellung, in Wort und Schrift nicht nur, sondern auch in Gebärde und Tat. Die Kosten der Lebenshaltung würden sinken, die Berufsumschichtung würde leichter möglich sein, wenn wir nicht in jahrhundertelanger Verbindung unsere manuellen Fähigkeiten beinahe ertötet hätten. Grund genug, sie gerade in den jüdisehen Schulen zu pflegen. Wie viele von uns müssen schwer und bitter um konkrete Anschauung und Veranschaulichung ringen, weil wir mehr Buchwissen als Sachwissen in uns aufgenommen haben, während bei den Juden früherer Zeit beides harmonisch verbunden war. Von den höheren jüdischen Schulen hat zur Zeit nur die Hamburger Talmud-Thora einen eigenen Werkunterricht, die anderen, denen der von den Regierungen vorgeschriebene Lehrplan nicht die Möglichkeit dazu gibt, müssen sehen, im Zeichen-, Handarbeits- und Turnunterricht der drohenden Vereinseitigung entgegenzuarbeiten. Gerade die besten Lehrer sind dafür ausreichend, und je weniger die Eltern Wert darauf legen, desto mehr müssen sich die Schulen der sozialpädagogisehen Aufgabe, die da ihrer harrt, bewußt sein. Ein gut Stück' jüdischer Gesundheit liegt in ihren Händen. Die Arbeitsschule hat aber an demselben Orte, wo ihr Pastor Götze einen Tempel gebaut, zu einer anderen Richtung übergeleitet, die den Betrieb der höheren Schule in ganz andere Bahnen zu lenken verspricht. Das ist die durch Wete-

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