Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1928-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1928) · p. Seite 377

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1928)
Date
1928-07-01
Page
Seite 377 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2292929-2293057-2293062--09891-2303183
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die Jüdische Höhere Schule in Theorie usw. 377 können, daß sie sich in ihren Grundgedanken durchsetzen, und unsere Schulen müssen sich darauf einstellen. Die moderne Schule strebt immer mehr einen bildenden gestaltenden Einfluß auf die Seele des jungen Menschen an; dadurch erscheint für sie die nichtjüdische Schule gefährlicher, die jüdische Schule wichtiger als jemals, wie sie andrerseits viel weiterreichende, tiefer wirkende Bildungsmöglichkeiten öffnet, die in den drei Hauptprinzipien der Richtlinien begründet sind: Ärbeitsunter׳- rieht, Konzentration und Kulturkunde. Ärbeitsunterricht. Seine ersten Eroberungen hat der Ärbeitsunterricht als Aufruf zur Pflege manueller Betätigung der Kinder gemacht. Rousseau schon und nach ihm Seidel,1) und Ferrg2) Papst3) befürworteten sie aus sozialpädagogischen Gründen, Tewes, 4) Hertel5) und Paulsen6) führten allgemein pädagogische Argumente ins Feld, und dazu kam schließlich noch die moderne Psychologie, welche auf den überraschenden Zusammenhang hinwies, der zwischen Handfertigkeit und Sprech- und Denkfähigkeit bestehe, so daß einer stärkeren Beschäftigung der rechten Hand eine Vervollkommnung des Sprachzentrums (in der linken Gehirnhälfte) entspreche. So hat sich der Ärbeitsunterricht im Sinne der manuellen Betätigung in den verschiedensten Schulen durchgesetzt. Nach der Stellung, die der manuellen Arbeit in der Schule zugewiesen wird, teilen sich die Anhänger dieses Unterrichts in drei Klassen. *) ״Der Ärbeitsunterricht, eine soziale und pädagogische Not- Wendigkeit“, 1884. 2) ״Die Knabenhandarbeit in der heutigen Erziehung“, Verlag Teubner. 3) Frz. Unterrichtsminister i. J. 1883. 4) ״Moderne Erziehung in Haus und Schule“, Verlag Teubner. 5) ״Die Notwendigkeit der Durchführung des Ärbeitsgrundsatzes in der Volksschule“, Vortrag. 6) ״System der Ethik“, an verschiedenen Steilen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.