Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1928)
- Date
- 1928-07-01
- Page
- Seite 371 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Jüdische Höhere Schule in Theorie usw. 371 wollen zwischen Arbeits- und Lernschule vermitteln, die Vorherrschaft des rein Verstandesmäßigen, die die frühere Zielsetzung bedingte, brechen. ״Der ganze Mensch soll in allen seinen Kräften erfaßt und zur Tätigkeit angeregt und nicht nur zu unfruchtbarem Kennen, sondern zu eigenem Können, zu selbständiger Gestaltung geführt werden.“ Die jüdische Schule kann sich nichts Besseres wünschen. I. Jugendpflege. Die Schule hat nicht nur Jugendpflege im Sinne der Leibesübungen und der Hggiene zu treiben. Das ganze große Gebiet der Jugendkunde wartet auf sie. Das Judentum hat der Menschheit die große Lehre gegeben, die an der Spitze der modernen pädagogischen Reform steht: ״Erziehe den Knaben nach seiner Art!“ Wie dürfte die jüdische Schule an dem Kampf vorübergehen, der heute gegen die öde Gleichmacherei, für individuelle Behandlung in Erziehung und Unterricht ausgefochten wird. Die Schule muß in die psychischen und physischen Lebens- und Arbeitsbedingungen ihrer Schüler Einblick gewinnen. Den generellen Eigentümlichkeiten einer jeden Entwicklungsepoche, der berechtigten Eigenart des Geschlechtes wird sie umso größere Aufmerksamkeit zuwenden, als sie die Zöglinge über die schweren Kämpfe der Reifezeit hinwegbringen soll, die in der Großstadt und beim jüdischen Jugendlichen, der sowohl dem Entwicklungsrhythmus als auch der geistigen Struktur nach anders ist, ihre besonderen Aufgaben stellt. Wenn die jüdische Schule gar kein anderes Argument für sich anzuführen hätte als dies, daß nur sie die Eigenart des jüdischen Jugendliehen mit Verständnis pflegen kann, so wäre das schon genug. Zu diesen generellen Eigentümlichkeiten kommt aber noch dje Individualität der einzelnen, jene eigentliche ״Nefesch“, deren Erhaltung unsere Weisen uns so ans Herz legen. Seelenläge, geistige Struktur, Körperkonstitution, Keim- und Erbanlagen, Herkunft und Umgebung und soziale Schicht, Erlebnisse und Krankheiten formen den jungen Menschen. Schul-