Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1928)
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 367 (sequence 123)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Bücherbesprechungen. 367 Bücherbesprechungen. Die heiligen Bücher des alten Bundes, übertragen durch Lazarus Goldscbmidt. Gerade in letzterer Zeit mehren sich die Uebersetzungen der Bibel in allen Kuitursprachen, mit oder ohne Kommentare. Im Suchen nach Wiedergabe von Sinn, Stil, Rhythmus und das Gelingen hierin, unterscheiden sie sich von einander. Betreffs ihrer Güte gehen natürlich die Meinungen auseinander. Vor mir liegen nun drei Foliobände der auf vier Bände berechneten neuesten Goldschmidt ,sehen Bibelübertragung. Eine ״Monumentalausgabe, auf feinstem Büttenpapier, mit antiken gothischen großen Typen, entzückenden künstlerischen farbenprächtigen Majuskeln gedruckt.1) Eine Luxusausgabe für Liebhaber und Mäzene. Weshalb wohl bis jetzt, trotzdem der erste Band bereits 1923 ererschienen ist, in der Presse so gut wie gar nicht von dieser Ueber- Setzung gesprochen wurde. Und doch — dies soll gleich gesagt werden — ist diese Bibelübersetzung, bis auf gewisse Mängel, von denen einige später erwähnt werden sollen, m. E. größtenteils, besonders der Pentateuch, als durchaus gelungen zu bezeichnen. Lazarus Goldschmidt, der gewandte Uebersetzer des Talmuds hat ein besonderes Verständnis für Sprachfeinheiten, ist ein großer Kenner der biblisch-exegetischen Literatur aller Zeiten, und wußte vieler Schwierigkeiten auch dadurch Herr zu werden, daß er beim Pentateuch die Subtilitäten der rabbinischen Exegese, die leider meistens unterschätzt wird, verwendete. Nicht verdeutschen wollte er die Bibel. Eine solche Tendenz bedingt nolens volens eine Älterierung der Uebersetzung. Äuch keine Nachschöpfung, die noch keinem gelungen und keinem gelingen wird, wollte G. bieten. Vielmehr, eine gedanklich treue Uebersetzung, unter besonderer Berücksichtigung der biblischen Äusdrucksweise, der Haupt- und Nebenbedeutungen der hebräischen Vokabeln, der hebräischen Syntax, wie sie nur ein wissenschaftlich geschulter, dabei aber mit der gesamten nachbiblisehen, talmudischen und rabbinischen Literatur eng vertrauter Uebersetzer zu erfassen imstande ist. G. wählte nicht die darstellende, *) Äuf der letzten Seite heißt es: Uebertragen aus dem Urtexte unter besonderer Berücksichtigung der rabbinischen Exegese. Einmalige Monumentalausgabe in dreihundert Exemplaren, hergestellt im Aufträge des Verlages Erich Reiss in Berlin bei Rosenthal & Co. — Herstellung des Papiers, Schriftguß, Satzordnung sowie die gesamte Ausstattung nach Angaben und unter Leitung des Uebersetzers.