Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1928)
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 358 (sequence 114)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2292929-2293057-2293061--09871-2303162- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
358 Der Streit um die Erbfolge usw. die Inhaber der wirklichen Königsgewalt, nie so wie etwa ein Blutsverwandter durch das Erbgesetz bezüglich des ihm zufallenden Eigentums. Sogar eine Kritik an der Strenge der Amtsführung genügt, um ihn seines Anspruchs, den er durch seihe Abstammung und seine Erwählung innehat, verlustig gehen zu lassen. Wir glauben, daß in dem Wortlaut des Sifri die Nichterbüchkeit der Thorawürden zum Ausdruck kommt. Die Begründung für die Erweiterung der Erblichkeit auch auf andere Aemter sind die Worte: ״Daß er lange Tage in seinem Amte verbleibe, er und seine Söhne inmitten Israels“. Bei allem, was aus der Mitte Israels ist, da erben die Kinder des Vaters Amt. Die Thorawürde aber kommt nicht aus der Mitte Israels, sie ist nicht zu verleihen, sie ist kein Titel, der auf Grund einer Beleihung rechtskräftig wird. Auch die Semicha ist nur eine Bekräftigung der Würde, die man aus sich selbst hat, sie wird auch nicht aus der Mitte Israels verliehen, sondern von einem Zuständigen, selbst Autorisierten. Die Beleihung־ mit der Richterwürde ist rechtlich unwirksam, wenn sie nicht innerlich begründet ist. (Rambam Hilch. Sanh. IV, 15.) Was erblich ist, das sind nur übertragbare, zu verleihende Würden, sonst nichts. Es wird ferner בקרב ישראל sowohl vom Talmud als auch vom Midrasch Tannaim, S. 106, ed. Hoffmann gedeutet: Inmitten Israels, d. h. solange Frieden in Israel ist, solange keine Differenzen und Meinungsverschiedenh eiten über den Bewerber auf kommen. Im Streitfalle bedarf selbst des Königs Erbe erst einer neuen Salbuiig oder einer neuen Belehnung durch einen Propheten. Es ist aus allem Vorhergehenden vollkommen klargestellt, daß an und für sich eine Thorawürde nicht erblich ist. Es fragt sich: welche Rolle spielt in unserer Gegenwart das Rabbinat, welchen Charakter trägt es, ist es verliehene oder Eigenwürde? Auf diese Fragestellung ist auch der Chassam Sofer hinausgekommen. Es ist . nicht richtig, daß zwischen seinen bei-