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Jeschurun · 1928-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1928) · p. Seite 341

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1928)
Date
1928-05-01
Page
Seite 341 (sequence 97)
Language
German
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341 Zur Würdigung der Wirksamkeit usw. des Seminars in Pest behilflich gewesen ist,1) später, da er als Mitglied der Prüfungskommission die geistigen Früchte dieser Anstalt in voller Reife sah und mit Entsetzen die von den Zöglingen vorgetragenen bibelkritischen Anschauungen mitanhörte, aufs allertiefste seine Stellungnahme in den Kongreßzeiten bereute, und mit vollem Herzen Gott dankte, daß er den Rabbinersitz in Prag als Rettungsanker aus den heimatlichen Nöten ergreifen konnte, und noch später in Hamburg zum Verfechter des von ihm früher in Ungarn so streng verurteilten Trennungsprinzipes2) geworden ist. Der Kongreß brachte nun den Bruch im ungarischen Israel, und die Errichtung des Seminars in Budapest, bei dessen Einweihung der damalige Orgelrabbiner von Budapest in seiner Festrede eine Trauerrede über die ישיבות halten zu können wähnte, und der Breslauer Professor Dr. Grätz die שהחיינו- Wünsche seiner Anstalt, der alma mater des neueingeweihten Instituts, überbrachte, krönte und vollendete diesen Bruch. Und in jeder der beiden Parteien gewannen naturgemäß allmählich die Extreme die Oberhand. Dr. Hildesheimer verließ mit gebrochenem Herzen Ungarn, wo er so Großes zu leisten hoffte und wo all seine aufopferungsvolle Energie an der Macht der Tatsachen zerschellen sollte. Folgender an meinen sei. Vater 1צ״ל' gerichteter Brief Hildesheimers3) gewährt uns einen tiefen Einblick in die Gemütsverfassung, womit H. Ungarn verlassen hat. Zum Verständnis dieses Briefes sei erwähnt, daß mein Vater זצ״ל* der einst auch in Eisenstadt bei Dr. H. lernte, auch von demselben eine התרת הוראה sich erbat, hierauf antwortetee nun H., daß er dieses Verlangen nicht erfülle, weil doch mein Vater ohnedies schon im Besitze von drei התרות von den גאונים in Preßburg, Paks und Stuhlweißenbürg sei, auch fürchte er, daß eine Autorisation von ihm hier *) Dr. S. Richtmann, Die ung. Juden in der Mitte des XIX. Jahrhunderts, S. 125. 2) S. Offene Frage üb. d. allgem. Rabbiner verband, 1899, S. 14 und 20. 3) Der Brief ist in meinem Besitze.

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