Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1928)
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 335 (sequence 91)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Zur Würdigung der Wirksamkeit usw. 335 wirklichung dieses Prinzipes stand auch seine Jeschibah in Eisenstadt, wo die Bachurim neben dem Unterricht in talmudisehen Gegenständen auch Unterricht in profanen Wissensgegenständen erhielten. Natürlich wurde Dr. Hildesheimer dieser seiner Richtung wegen von der oben erwähnten aufs allerheftigste und rücksichtsloseste bekämpft (siehe die früher angeführten Quellen, bes^nrvarrW'll), wenn es auch in Parenthese nicht unerwähnt bleiben kann, daß er von den damaligen Vertretern der Neologie in Ungarn mit ebensolcher Rücksichtslosigkeit angegriffen worden ist. Jene, die als Groß- Pächter der modernen Kultur sich gerierten und eben in deren Namen das überlieferte Judentum in das Prokrustesbett ihrer Reformen legen wollten, waren darüber grenzenlos empört, daß dieser Vertreter der in Deutschland von Hirsch zur Geltung gelangten ״Neuorthodoxie“ oder ״romantischen Orthodoxie“, wie Leopold Löw u. a. dieselbe zu benennen pflegten, es auch in der Mitte des ungarischen Israel wagte, jene Synthese von ת״תעסד״א zu künden, und damit ihrem zugkräftigsten Losungsworte, nämlich dem von der Unvereinbarkeit der alten Jüdischkeit mit modernen kulturellen Bestrebungen die Einwirkung auf die öffentliche Meinung zu entziehen drohte. Und diese von den beiden extremen Seiten mit gleicher Rücksichtslosigkeit geführten Angriffe und Verfolgungen brachten es schließlich dahin, daß Dr. Hildesheimer nach 17jährigem Aufenthalte in Ungarn kampfesmüde das Feld räumte und einem Rufe nach Berlin folgte. H. stand aber auch in Ungarn keinesfalls ganz allein mit seinem Prinzipe, vielmehr hatte er viele Rabbinen, darunter auch hervorragende, mehr oder minder starke, zur Seite. Namentlich gehörte der liberale Flügel der später der orthodoxen Landesorganisation angeschlossenen Gemein den und Rabbinen, und das konservative Gros der nachherigen status quo-Richtung,1) wie auch so manche orthodox 1j Die sogen, status quo-Gemeinden wollten sich weder der neol. Kongreßorganisation noch der orth. Landesorganisation anschließen.