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Jeschurun · 1928-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1928) · p. Seite 312

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1928)
Date
1928-05-01
Page
Seite 312 (sequence 68)
Language
German
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312 Parallelen zur Sagenkunde aus Talmud usw. Wie im Leben war Äbarbanel bei der Erklärung der heiligen Schrift der Selbstzufriedenheit abhold. Ihm ließen die Zweifel und Anzweiflungen anders keine Ruhe. Aber trotzdem er früh an die kritische Behandlung der Bibel herantrat, ist es ihm doch geglückt, wie einst dem großen Rabbi Äkiba ״in Frieden in den ״Pardes“ zu treten und ihn in Frieden zu verlassen.“ Seine Kommentare sind nicht nur eine Quelle der reichen Belehrung, sondern ein unversiegbarer Born wahrer jüdischer Religionserkenntnis geworden. Mehr als dreißig christliche Theologen, unter ihnen Männer wie Älting, Buddeus, Constantin L’Empereur, Hulsins, Carpzow, Lurenhus״ Buxtorf (und in der neueren Zeit: Gesenius, Delitzsch u. a.m.) beschäftigten sich mit ihm, übersetzten einige Teile seiner Kommentare und lieferten Auszüge aus seinen Schriften. Es wäre vielleicht an der Zeit, daß auch wir den Weg zur Exegese Äbarbanels wiederfänden, und die Werte seines geistigen Schatzes, vielleicht durch geschickte Umarbeitung, uns nutzbar machten. Die Arbeiten Äbarbanels auf dem Gebiete der Bibelforschung sind von dauerndem Werte, auch, oder ganz besonders, für unsere Zeit. Sie studieren heißt: In den Geist unserer heiligen Schrift tiefer eindringen und ihre Wahrheiten gründlicher erfassen! Parallelen zur Sagenkunde aus Talmud und Midrasch.1) Von Rabbiner Dr. David Winter, Lübeck, ״Der wunderbar stetige Zusammenhang menschlichen Denkens bei semitischen wie bei arischen Völkern“, der bis tief in die Vorzeit hinein sich verfolgen läßt, gilt der Wissenschaft als feststehend. Es liegt ein eigenartiger Reiz darin, diese inneren Beziehungen aufzufinden und zu erkennen, daR J) S. Jeschurun, Bd. XIII, Heft 11/12.

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