Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1928)
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 310 (sequence 66)
- Language
- German
- Belongs to
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310 Eine Leuchte der Bibelexegese usw. nicht treu blieb, was er an andern tadelt, selbst begeht. — Auch das Sprachvergleichende zwischen Hebräisch und Arabisch hatte Äbarbanel zur Erklärung dunkler Worte angewandt.1) X. Seine Liebe zu Israel undErez Israel. Geradezu rührend ist sein Verhältnis zum jüdischen Volke und seine unendliche Liebe zu seinen Glaubens- und Stammesgenossen, für die er nie ein Wort des Tadels hat, die für ihn immer das auserwählte Volk unter den Völkern bleiben. Proben hierfür würden zu weit führen. Charakteristisch ist auch, daß bei Erklärung verschiedener prophetischer Strafreden und bei der Darstellung der Vergehen Israels Äbarbanel niemals auf parallele Erscheinungen und Zustände bei den Glaubensgenossen seiner Zeit hinweist. Zu Dt. 3, 45 wirft er die Frage auf, weshalb denn das Gebet unseres Lehrers Mosche das gelobte Land betreten zu dürfen nicht erhört worden ist? Teschuba muß doch immer helfen. In breiter Ausführlichkeit bestrebt er sich nun, zu beweisen, daß Mosche nicht wegen des Vergehens bei den Haderwassern nicht ins heilige Land kommen durfte. Er meint, daß dies ausschließlich dadurch gekommen ist, weil er durch die Art seiner Beauftragung und seiner ausgesprochenen Fragen, es verursacht hat, daß die Kundschafter jenes abschreckende Bild vom heiligen Lande entworfen haben, und dies zur Folge hatte, daß jene Generation sich geweigert und nicht mehr nach Erez-Israel gekommen ist. Zu Ex. 23, 20 entwirft Äbarbanel ein wunderbares Bild von der zentralen Stellung des heiligen Landes im ganzen Kosmos. Ja, die götltiche Vorsehung ist für Israel bestimmt, nur wenn sie im heiligen Lande weilen. Dann ist Gott ihr Gott und Fürsorger ohne die Vermittelung eines Genius oder Engels. Äbarbanel wurzelt tief im Glauben der Väter und der Gemeinschaft seines Volkes. Zuviel hat Äbarbanel mit seinen *) Vgl. den Ärtikel Dr. S. Eppensteins 5, 5 im Haeschkol II. Jahrg. S. 199. Note 3.