Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1928)
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 307 (sequence 63)
- Language
- German
- Belongs to
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Eine Leuchte der Bibelexegese usw. 307 Äbarbanels zu dem punktierten Text. Denn in mehreren Stellen erlaubt sich Abarbanel auch gegen den Nikkud zu erklären. So erklärt er Gn. 15, 5 ויוצא אותי ההרצה gleich ויוציא וכד ויחשבה וכד ויחשבה לי לצדקה• Ebenso ist sein Verhältnis den Akzenten gegenüber. Schon die alten Exegeten waren darüber verschiedener Meinung, ob eine Erklärung, die gegen die Akzente ist, zulässig sei,1) oder nicht. Auch Abarbanel hält dies für absolut zulässig.2) Allerdings sucht er auch in verschiedenen Stellen auf die Stelhing und Bedeutung der Akzente hinzuweisen.3) Einen großen Platz nimmt bei Abarbanel das Problem der Priorität ein bei den Stellen, die mehrfach mit gewissen Abweichungen in der Bibel Vorkommen. Ausführlich behandelt er diese Frage in II. Sm. Kap. 22. Er zählte dort genau die textlichen Abweichungen auf gegenüber dem Texte in Ps. 18, die er mit 74 angibt. Aeußerst interessant sind seine Ausführungen sowie seine Erklärungen zu jeder einzelnen Abweichung. Einer der Hauptgründe ist nach ihm ליופי הדבור ולנועם המאמר wie er sich ausdrückt. Der spätere Text sollte schöner und angewesen sein. Ob ein oder welches System, ist eine andere Frage. Bei keinem Volke des Altertums findet sich ein so kategorisches Gebot: Du sollst sie deine Kinder lehren! Dies Gebot ist auch in uralter Zeit in Israel großzügig ausgeübt worden. Davon sprechen viele Stellen der Bibel selbst. Es kann als völlig ausgeschlossen angesehen werden, daß man in Israel, wo jedes Wort der Thora auch eine Gesetzesnorm enthält, den Kindern unpunktierte Texte vorgelegt hat ,die dazu auch das Lernen direkt unmöglich machen und man von ihnen nicht sagen kann wie es in Habakuk 2, 2 heißt. Schreibe das Geschaute nieder und deutlich auf die Tafeln, damit es geläufig sei dem Leser! Ohne Vokale ist selbst zu unserer Zeit das einfache Hebräisch den meisten nicht geläufig! Doch zu dieser Frage s. G. w. ein anderes Mal. *) Ibn Esra z. B. dagegen, Kimchi dafür. Vgl. seinen Kommentar zu Hos. 12,12: אין כל הפרושים הולכים אחרי טעמי הנקיד• 2) Zu Jes. 8, 9: . ואף היות שבעל הטעמים ימאגהי נוכל לפרש בפירוש הפסוק ה ה ־ u. a. m. 3J So z. B. Lev. 23, 16: ולזה בא במלת תספרו טכהא שמבדיל ביבו לבין המשים יום• Gn. 22, 4 u. a. m.