Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1928)
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 305 (sequence 61)
- Language
- German
- Belongs to
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Eine Leuchte der Bibelexegese usw. 305 Stelle zu Ende geführt wird, obzwar die Sache sich nicht damals ereignet hat.“ Zu Jes. 25, 12 verweist er auf den Wechsel der zweiten und dritten Person in den Reden der Propheten, wodurch viele Schwierigkeiten beseitigt werden. So gelingt es ihm, viele Stellen in einer befriedigenden Weise zu erklären, lnteressant ist, daß Äbarbanel in seiner Einleitung zu Jes. Kap. '40 (Frage 6) bereits bemerkt hat, daß die Verse 6—7 in Kap. 41 gedanklich eigentlich hinter 40, 20 gehören. Ausführlich behandelt Äbarbanel die Frage des Ke re und Ketib in seiner Einleitung zu Jeremia. Er zitiert die Ansicht David Kimchis, auf den er sonst sehr viel hält, sowie die Efodi’s, die da meinen, daß Esra bei der Niederschreibung des biblischen Textes, infolge der Beschädigung und der Verwirrung verschiedene Lesarten vorgefunden habe. Er bekämpft sie mit der Bemerkung, ,,daß die Sache nicht so ist, wie diese Weisen angenommen haben, der Herr möge ihnen ob dieser Ansicht verzeihen.“ Seine Ansicht geht dahin, daß ״Esra und die AAänner der großen Versammlung, die biblischen Schriften, genau wie sie geschrieben waren, unversehrt vorgefunden haben. Bevor aber Esra sich aufgemacht hat, die Vokalisation und die Akzente zu bewerkstelligen (לעשות הנקוד והסעמים) sowie die Versendungen (סופי הפסוקים) hat er den Text sowie die Worte, die gemäß der Spracheigenheit und des Sinnes der Erzählung ihm fremdartig erschienen, genau sich angesehen, und er dachte sich, daß dies wohl aus zwei Gründen geschehen sein kann. Erstens, daß der Schreiber in diesen befremdenden Ausdrücken Esoterisches (סוד מסודות וסתרי התורה) gemäß seiner prophetischen Anlage und Weisheit hineinzulegen beabsichtigte. Somit wagte Esra nicht, auch nur ein Wort in der Bibel zu streichen . . . Er beließ alles im Innern des Textes, wie es geschrieben war, notierte aber am Rande ein Kere, der die Deutung des befremdenden Ausdruckes angibt. Von dieser Art sind alle Kere und Ketib des Pentateuchs . . . Das Ketib ist mit bestimmter Absicht geschrieben worden, und das Kere, das Esra notiert hat, gibt den einfachen Sinn an, und deshalb hat er, als er die Vokale anfertigte, die auch den Text erklären sollen, er