Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1928)
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 299 (sequence 55)
- Language
- German
- Belongs to
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- Rashi 1× ep/1002670
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Eine Leuchte der Bibelexegese usw. 299 in weit größerem Maße als von Raschi,1) das Wort gelten lassen: er suche nur zu erklären, keineswegs aber halachisch entscheidend aufzutreten. Er bietet auch keine halachische Exegese nach der Art des Rabbi Mosche ben Nachman, der durch scharfsinnige Kombinationen scheinbar sich widersprechende Boraitot und Sifrestellen und sonstige halachischen Schriftwerke zu glätten und zu klären sucht. Das Schwergewicht liegt bei Äbarbanel im Streben, die Verordnungen der Thora menschlich begreifbar zu machen und psychologisch oder sonstwie zu erklären. Äbarbanel bewährt sich dabei aber als achtenswerter Talmudist. VII. Apologetik und Eschatologie. In vielen Stellen, stellt sich Äbarbanel die Aufgabe, christologische Schriftdeutungen abzuwehren. 2) Hatten das XI., XII. und XIII. Jahruhundert häufige Religionsgespräche zwischen Christen und Juden, Rabbinen und Geistlichen zu verzeichnen, so brachte das 15. Jahrhundert die Blütezeit der Inquisition und der gewaltsamen Judentaufen,!) In שו״ת רדב״ז ח״א סי׳ ק״ט heißt es: יש בידינו כלל גדול כי רש״י מפרש הוא לא פוסק Ebenso im רש״י מפרש הוא ולא פסקן :בית יוסף או״ח סי׳ י׳• Vgl. dazu die Ausführungen Äzulais im מערכת גדולים .ז שם הגדולים• Im הגיד Bd. X (1928) S. 81—86 bemüht sich Dr. Ch. Tschernowitz in seinem Hufsatze הפסקנות אצל רש-י das Gegenteil davon zu beweisen. 2) Vgl. Komm, zu Jesaia 7,14 ... וכבר התאמצו הכמי הבוצרים לסתור והקשו עליו קושיות וראיתי לזוכרם פה ולהשיב עליהם להרים מכשול מדרך עמי* ibid. 9,5; 11,1 הנך רואה שדבריהם ופירושיהם הבל וריק ... והנה הודעתיך אדתם פה כדי שיעמוד לבך תתזקבה ידיך עם אמתת י־רכי מפרשינו• ibid 53. Änm. 2, 6 u. a. m. Ein Beispiel sei hier angeführt. Das Neue Testament bezeichnet den Begründer der christlichen Religion als davidischer Abstammung. In seiner Einleitung zu Jesaia Kap. 11 weist Äbarbanel darauf hin, daß Josef, der Mann der Maria, zwar nach christlicher Ueberlieferang davidischer Abstammung war, aber, da, wiederum nach derselben Ueberlieferung Josef nicht der Vater des Jesus war, so hat letzterer auf diese königliche Abstammung gar keinen Anspruch. Vgl. dazu: Das Evangelium nach Matthäus, erläutert aus Talmud und Midrasch von Hermann L. Strack und Paul Billerbeck I. S. 35.