Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1928)
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 277 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Ueber die sprachl. Wiederholung im Biblisch-Hebräischen. 277 Als viel seltenerer Äffektausdruck freudiger Erregung sei der הידד *mn-Gesang des erntenden Winzers verzeichnet, dem Jeremias (48, 33) sein לא הידד gegenüberstellt (Raschi u. a. haben hier eine andere Deutung). Desto größer und lauter ist die Schadenfreude; unserem ,,ätsch! ätsch!“-Ruf entspricht der wiederholte האח nnn-Jubel höhnischer Gegner (Ps. 35, 21; 40, 16; 70, 4). II. Die Intensivierungsiterationen. § 6. Es wird gedoppelt, wenn mit der Wiederholung eines Satzteiles eines Wortes oder einer Silbe eine Intensivierung des Sprachinhalts erreicht werden soll. Hiermit ist zwar schon ausgesprochen, daß den Wiederholungen dieser Gruppe eine Absicht, nämlich die der Ver- Stärkung innewohnt, — im Gegensatz zur ersten Gruppe, wo die Verdoppelung Ausdruck des reinen Affektes war; dennoch kann es auch hier keinem Zweifel unterliegen, daß die Intensivierung einer Rede, die Dringlichkeit und Eindringlichkeit, mit der etwas ausgesprochen, gefordert, verkündet wird, nicht nur eine rein quantitative Steigerung des sprachliehen Ausdrucks und seines Inhaltes bedeutet, sondern außerdem auch einen Äffektbetrag (Ablehnung, Einverständnis, Hoffnung, Zorn, Abscheu, Begeisterung usw.) enthält. Dieser Affckieinschlag gehört einer besonderen Affektform an: es ist zu unterscheiden zwischen dem Affekt zustand der ersten Gruppe und der hier vorhandenen Affektrichtung auf bestimmte Vorstellungskomplexe, oft mit dem Bestreben einer Zustandsanderung im Verhältnis zur Umwelt. Die hier beschriebene affektive Spannung tritt bei einem Teil der sprachlichen Wiederholungen freilich auf Basis auch eines gehobenen Äffektzustandes ein. Sie sind im Affekt temperamentvoller Rede, oft prophetischer Inspiration, gesprochen. Das hinlänglich bekannte ״Durchgehen“ eines Redners mit seiner Wirkung auf den Zuhörenden bedeutet eine Minderung des intellektuellen Anteils bei der Redekonzeption. 3