Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1928)
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 273 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2292929-2293057-2293061--09786-2303077- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Ueber die sprachl. Wiederholung im Biblisch-Hebräischen. 273 Noch weniger gehört in den Bereich dieser Betrachtung die gesetzmäßige Intensivierung in denjenigen Konjugationen, die durch Verdoppelung des mittleren Radikals entstanden sind. Denn hier liegt zweifellos nur eine Energetisierung des Artikulationsausdrucks vor. Bezeichnenderweise findet diese Energetisierung ja nur in den hierfür geeigneten äußeren Sprach- Werkzeugen als verstärkte Muskelinnervation und forcierte Ausatmung statt, während etwa bei den Hauchbuchstaben solcher ״Intensivierungswille“ nur durch Vokaldehnung zustande kammen kann. Innerhalb der gezogenen Grenzen tritt die Erscheinung der Wiederholung als Iteration vor! Worten (Nomina und Verba) und Wortgruppen, Silben und Konsonanten auf. Die Silbenverdoppelung entsteht erstens durch Wiederholung einer Silbe eines auch ohne diese Reduplikation sinnvollen Wortes; hier handelt es sich sowohl um gleichartige Wiederholung einer offenen oder geschlossenen Silbe als auch um Reduplikationen der Konsonanten mit einer syntaktisch bedingten Vokal ab v/andelung.!) In diese Gruppe fallen die hatkatcil, kialtal, katlal-Bildungzn. Zweitens fügen sich gedoppelte Silben zu einem erst dadurch sinnvollen und gebräuchliehen Wort zusammen, wobei die Einzelsilbe jedoch schon eine Sprachwurzel als Ausdruck eines Begriffes enthält; hierher gehören die Doppelungen der pilpel״Bildung bei Stämmen mediae geminatae זנ״ע und quiescenüa ע״ו Soweit diese ״archaistischen Restformen“ als Ausdruck der Spontaneität imponieren, was besonders bei der ersten Gruppe der Fall zu sein *) Die Tatsache, daß öfters eine verschiedene Vokaiisierung der iterierten Formen vorliegt, darf nicht daran hindern, den Begriff der gleichartigen Wiederholung darauf anzuwenden. Man sollte, um zu kennzeichnen, daß allein der Konsonant die Begriffsbildung vermittelt, auch nur diesen lesen. Da auch die Schrift ursprünglich nur das Wortbild der Konsonanten hat, so könnte man den psychologischen Schluß ziehen, daß das Begriffs-Erinnerungsbild des Hebräers zuerst nicht ein sprachlich-akustisches ist wie bei uns, sondern ein optisches. Ein Beweis:הכתבוהבלכתב(Äboth V. 8) als Ausdrücke für die Sprachentstehung!