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Jeschurun · 1928-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1928) · p. Seite 269

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1928)
Date
1928-05-01
Page
Seite 269 (sequence 25)
Language
German
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Ueber die sprach!. Wiederholung im Biblisch-Hebräischen. 269 teilen des Gehirnes in Beziehung zu setzen, mit Zentren im Hirnstamm, im Mittelhirn, in den Stammganglien.1) Die Tätigkeit dieser Hirnapparate entzieht sich dem Bewußtsein. Ihre Einzelfunktionen lassen sich erst unter gewissen krankhaften Bedingungen studieren. Doch treten auch im Normalen oft seelische Verfassungen auf, in denen die besondere Inanspruchnahme dieser Hirnapparate zu einem sinnlieh faßbaren Ausdruck gelangt. § 2. Als eine Ausdrucksform solcher mehr oder minder unbewußten seelischer־ Vorgänge ist die allbekannte Erscheinung der gleichartigen Wiederholung einer motorischen Leistung zu betrachten. Sie wird Iteration genannt. Man kann sie sich als eine Durchbrechung der gewöhnlichen Regulierung und Ahstoppung der motorischen Leistungen erklären. Aus entwicklimgsgeschichtlichen, hirnpathologischen und psychologischen Gründen scheint sie auf einen erhöhten Einfluß der ״tieferen“ Hirnteile zurückzugehen. Diese Erscheinung der Wiederholung greift bei Tier und Mensch nicht nur an den willkürlichen und unwillkürlichen Bewegungen, sondern auch an der Sprache als an der höchsten Äusdrucksbewegung an. Sogar die frühesten Sprachäußerungen sind auf der Wiederholung aufgebaut. Im Gezwitscher der Singvögel, im Gegacker der Hühner, in den Sprachlauten der Säuger ist sie das ,, Element ar phänomen“. Auch die menschliche Sprache kennt sie. Sie tritt als Silben- und Wortverdoppelung, aber auch als Wiederholung von kleinen Sätzen und Redewendungen — stets von Redeeinheiten — auf. Die früheste menschliche Sprachentwicklung, die K i 11 d e r s p r a c h e , ist besonders reich an Wiederholungen. Nicht nur als Zeichen einer Nachahmung wie: wau wau — piep piep — töff töff — bimbim — putput —, sondern auch *) Hierüber Äusführliches in einer gemeinsamen Arbeit mit W. Riese. Sprachpsychologische Parallelen zu sprachlichen Iterativbewegungen. Zeitschr. f. Völkerpsychol. u. Soziologie. 1928. Heft 1.

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