Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1928)
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 268 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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268' lieber die sprachl. Wiederholung im Biblisch-Hebräischen. Ein religionsphilosophisch durchaus erlaubter Versuch war somit das sprachwissenschaftlich verdienstvolle Unternehmen des genialen Ähron Marcus s. Ä. die hebräische Sprache sowohl aus den psychologischen Gesetzmäßigkeiten als auch aus dem Bau des Zentralnervensystems zu ergründen.ב) Mit Recht war bei diesem verheißungsvollen Versuch die Erkenntnis in den Mittelpunkt gestellt, daß das Sprechen als willkürlicher Äkt und die Sprache als Produkt des menschliehen Denkens mit dem höchst entwickelten Teile des Gehirnes, mit der G r o ß־h irnrinde und ihren Bahnen, in Zusammenhang stehen müsse. Aber schon seine Inbeziehungsetzung der Sprache nicht nur zum Intellekt, sondern zur umfassenderen Psyche (״Sprache als Schrift der Psyche“) enthielt den Hinweis, daß es doch einmal möglich sein müsse, Beziehungen der Sprache zu anderen, noch ungekannten Teilen der Persönlichkeit zu erweisen und diese verschiedenen Beziehungen sogar gegeneinander abzugrenzen. Diese Möglichkeit ist heute nicht nur psychologisch, sondern auch gehirnphysiologisch gegeben. Der ״Rindenpersönlichkeit“, dem höheren, bewußten Ich des Menschen, tritt heute als Ergänzung und oft als Gegensatz die ״Tiefenperson“ an die Seite. Wir können sie kurz als nicht mehr ״ich“-bewußte, aber noch ״selbst“-bewußte Centrale charakterisieren, insofern wir dem Selbst ein weiteres Reich als dem Ich zuerkennen. Diese ״Tiefenperson“ greift nicht nur weit in unser vegetatives und animalisches Dasein ein, sie gewinnt auch als Herrscherin des Trieblebens für unsere seelischen Abläufe unheimliche Bedeutung. Auch gehirnanatomisch versucht man jetzt, die einzelnen erkannten Kräfte der Tiefenperson mit ״tieferen“ An- *) ״Barsilai“. Sprache als Schrift und Psyche. Berlin 1905.