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Jeschurun · 1928-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1928) · p. Seite 249

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1928)
Date
1928-05-01
Page
Seite 249 (sequence 5)
Language
German
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Das Leid der Tiere. 249 werden, die das Tier vor jeder unnützen Qual schützen und daß alles unterbleibt, was keüierlei Beziehung zur Heilung des Menschen hat. Freilich können bekanntlich auch rein theoretisch wissenschaftliche Untersuchungen auf experimenteller Unterlage zu Entdeckungen führen, die für das Leben des Menschen von nie geahnter praktischer Bedeutung werden. Doch denken wir z. B. an die Experimente in der Tierpsychologie, die die Frage Instinkt oder Intelligenz lösen wollen, die die damit verbundenen Quälereien der Tiere durchaus nicht rechtfertigen. Auch die Wissenschaft darf sich nicht von ethischen Normen emanzipieren. Mit Obigem ist auch die richtige Einstellung zum Vegetarianismus als ethischer Forderung gegeben. Ist der Mensch seiner physiologischen Anlage nach auch auf Fleischnahrung angewiesen — und darüber ihr Urteil abzugeben sind die von anderen Gesichtspunkten ausgehenden Vegetarianer nicht berufen — so läßt sich die Tötung der Tiere zur Ernährung der Menschen nicht als unsittlich betrachten. Nicht so sehr, weil in der Natur selbst überall der Kampf ums Dasein herrscht und bei allen Fleischfressern das eine Tier vom anderen lebt. Dagegen wäre einzuwenden, daß wir eben die Natur, die jenseits von Gut und Böse steht, durch das Sittengesetz überwinden sollen. Doch die restlose Vermehrung gerade der domestizierten Tiere würde ja, da durch das Fortschreiten der Kultivierung die natürliche Verminderung durch die Raubtiere ausgeschaltet ist, zu völlig unmöglichen Zuständen führen. Abenso muß der starke Wurf von Hunden und Katzen vernichtet werden. Daß dies mit Schonung geschieht, ist freilich sittliches Gebot. Die übliche Form des Ertränkens, eines langsamen und darum qualvollen Todes, ist grausamer als wenn jedes einzelne Tierchen durch einen Schlag auf den noch weichen Kopf sofort getötet würde. Wenn dies nicht geschieht, so ist das eben bequeme Gedankenlosigkeit, Gleichgültigkeit gegen den Schmerz des Tieres. Wie für die Nahrung, so wird man auch zugestehen dürfen, daß das Tier für die Kleidung des Menschen sein

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