Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1928)
- Date
- 1928-03-01
- Page
- Seite 243 (sequence 126)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2292929-2293057-2293060--09755-2303045- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Bücherbesprechungen 143 der Beobachtung in ihrer Praxis die gleichen Schlüsse ziehen, die dem nicht physiologisch geschulten Laienbeobaehter nahe liegen. Um so leichter kommt es hier zu Fehlschlüssen als hier alles auf der Grenze der Tierphysiologie und Tierpsychologie liegt und letztere ein noch wenig erforschtes Gebiet ist. Für diese Frage bietet uns nun Petersen nichts. In der ״Literatur“ gibt er P. Scheitlin ״Versuch einer vollständigen Tierseelenkunde“ aus dem Jahre 18 4u(!!1 an. Nun will er freilich ״das Tier im Alten Testament“ behandeln. Der Untertitel aber ״ein Beitrag zur modernen Tierschutzfrage“ hätte ein Eingehen auf diese Fragen erforderlich gemacht. Bleibt nur die Einschätzung dieser Arbeit als geisteswissenschaftliche. Aber hier ist leider Vf. seinem Thema nicht gewachsen. Aeusserlich gibt sich das schon dadurch kcnd, dass fast ausschliesslich dänische Literatur angegeben ist. In der Abhandlung selbst erhalten wir nur eine Aneinanderreihung einzelner Bemerkungen geordnet nach der Reihenfolge der biblischen Bücher, die in ihrer Gesamtheit ein gutes Bild geben von dem innigen Verhältnis, das nach dem A. T. zwischen Mensch und Tier besteht, die Vertiefung aber vermissen lassen, die eine systematische Behandlung des Themas sich hätte zum Ziele setzen müssen. Auch der angehängte Abschnitt מTierverehrang im antiken Polytheismus“ bringt nur gelegentliche Bemerkungen als Vergleiche mit dem Judentum. Trotz dieser Mängel (eine Reihe von Ausstellungen würden noch auf Grund des Umstandes zu machen sein, dass Vf. nicht den Urtext der Bibel za Rate gezogen hat and dass ihm die Kenntnis der talmudisehen Erklärungen der halachischen Bestimmungen des Pentateuchs abgehen) ist dieser erste Versuch, völlig unabhängig von jeder jüdischen Beeinflussung die Stellung des Menschen zum Tier im Alten Testament zu beleuchten, aufs wärmste zu begrüssen. Kommt doch Vf. auch zn dem Resultat, dass das Judentum in dieser Beziehung auf einer von der Antike nirgends erreichten Höhe stand- J. W. C. A. Loosii: Die schlimmen Jaden! Pestalozzi FeHenberg־Haus Bern, Deutsches Judentum und Rechtskrisis {Philo-Verlag, Berlin SW 68). Julius Goldstein, Deutsche Volks-Idee und Deutsch-Völkische Idee (Philo- Verlag). Ein unerschrockener und grundehrlicher Charakter setzt sich in dem wahrhaft ״freien“ Schweizer Loosii mit der ,Judenfrage“ aaseinander. Wiewohl er die Antriebe zu seiner Schrift aus den engeren Heimatsverhältnissen nimmt, wächst diese aber den engen Rahmen hinaus und sollte, besonders dank' den umfassenden Kenntnissen des Vf. auf dem Gebiete der Völkerkunde, sich internationale Bedeutung erwerben. Mit fester Hand zerschlägt L. insbesondere das Phantasiegebilde der berüchtigten ״Protokolle“. Trotz einiger Schönheitsfehler dürfte diese echte Gabe der Humanität in allen Lagern besinnliche Leser Anden. An solche ״besinnlichen Naturen“ wendet sich aach eine vom Zentral- Verein herausgegebene Schrift, die drei bedeutsame Referate einer diesjährigen Jnristentagnng wiedergibt. Dieselben werden von jedem im Abwehrkampfe