Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1928)
- Date
- 1928-03-01
- Page
- Seite 244 (sequence 127)
- Language
- German
- Belongs to
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244 Bücberbesprechmigen Tätigen mit Recht als wertvolles und inatruksives Material betrachtet. Von besonderem Niveau sind die Ausführungen Jaques Sterns, der den Versuch, dem völkischen Ideal eine philosophische Grundlage zu geben, überzeugend ad absurdum führt. In vornehmer Weise rechnet er dabei mit Max Wundt, dem so ungleichen Sohne eines grossen Vaters, entscheidend ab. Peinlich aber berührt den, jüdisch-politisch unbefangen, dem Leben zugewandten Leser die häufige ängstliche Hervorhebung der Tatsache durch einen der Ref., dass keine spezifisch jüdische Rechtsnot zu konstatieren sei. — Wir haben Prof. Goldstern in seinem Buche »Rasse und Politik“ als Führerpersönlichkeit im Abwehrkampfe des C. V. gegen den Rasseantisemitismus kennen gelernt. Sein vorliegendes neues Buch befasst sich mit der durch stärkere Betonung des »völkischen“ Moments anstelle der Rasse vonseiten des Antisemitismus geschaffenen neuen Situation. Es ist eine geistvolle Auseinandersetzung mit Stapel, einem der ernsthaftesten Ideologen des Antisemitismus. Ohne Zweifel sagt G. uns auch diesmal vieles, was bleiben wird. So werden wir ihm seine originelle Neudeutang der Persönlichkeit Fichtes gerne danken, seine Aeusserungen über Art und Volk, Mensch und Gemeingeist anerkennen. — Wo er aber wirklich konkret sich unserer j ü d. Problematik — die nun einmal nicht wegphilosophiert werden kann — zuwendet, da können wir als das — durch die Thora geformte — Gttesvolk ihm meist keine Gefolgschaft leisten (Kap. IV u. V). Es ist uns eine überraschende Erfahrung, dass im 20. Jhdt. es Doch möglich ist, dass ein Professor unsern Volksbegriff ablehnt. Wir thoratreuen Juden sind anspruchsvoll genug, uns nicht mit einer — blutlosen — »Blutgemeinschatt“ am Judentum zu begnügen. Wir glauben auch, dass dieses Bekenntnis dem Antisemitismus weit weniger Waffen liefert, als eine, wenn auch noch so wohlgemeinte, sophistische Apologie um jeden Preis. Julius Samuel. זכרק י?3קב חלק שני. היסטוריה ישראלית מחיי היהודים ברוסיא ובפולין משבת תק״ך— * תר״ם. מאת הרב החכם וכר• ר׳ יעקב ליפשיץ ז״ל מקאוונא. יצא לאור ע״י בנו נטע ה ל ו י ליפשיץ 1927. Der zweite Teil dieses Memoirenwerkes hält, was der erste versprochen (s. Besprechung Jesch. XI, S. 553 f.). An führender Stelle, an der Seite des R. Jizchok Elchonons זצ״ל hat der Vf. gewirkt, mit klarem Blick und jüdischfühlendem Herzen Kleines wie Grosses erschaut. Wir hören in diesem Teil, der das zweite Drittel des 19. Jahrhunderts schildert, von der allgemeinen Lage der russischen Judenheit ebenso wie von Einzelereignissen, die für einen weiteren Kreis von Bedeutung wurden, als eigene Erlebnisse in das Memoirenwerk gehören. Die leicht dahinfiliessende Erzählung, nur hie und da durch Hinweise auf Worte der Tora und unserer Weisen unterbrochen, die schlichte Art der Auffassung alles Geschehenen, gibt diesem Werke einen anheimelnden Zug. Was bereits vom ersten Teil gesagt wurde, gilt in noch erhöhtem Masse vom zweiten. Eine Reihe von Stellen werden — ganz unabhängig von ihrer Stellung im Zusammenhänge — zu einem Erlebnis. Nur eine sei hervorgehoben: der hebräische Artikel des Konvertiten Prof. Daniel Chwolson, den er in Unterstützung des Vt. in seinem Kampfe gegen die Maskilim geschrieben (S. 92f.). Hier erlebt man, dass die unverletzbare, ewige Wurzel alles Jüdischen das R e li g 1 ö s - Ethische ist. Ein Erlebnis, das man nicht so leicht vergisst. Und hätte dies lebens- und liebevolle Buch nnr das Eine uns zu sagen — דינן —i- Verantwortlicher Redakteur Dr. J. Wohljremuth, Berlin Druck von!tzkowski & Co., Berlin N 24, Angroststr. 69