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Jeschurun · 1928-03-01 · Heft 3-4 (März 1928) · p. Seite 225

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 3-4 (März 1928)
Date
1928-03-01
Page
Seite 225 (sequence 108)
Language
German
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Eine Leuchte der Bibelexegese usw. 225 jüdische Einstellung zur Ehescheidung, erzählt von Diskussionen die er mit חכמים מהם hierüber geführt hatte. Jene behaupteten, dass die Ehescheidung wider die Natur sei; ferner, dass die Thora diese Israel nur deshalb nicht verboten habe, weil Israel ein hartnäckiges Volk sei, die Gefahr also bestand, dass wenn einem Juden seine Frau nicht mehr gefällt er sie töten könnte. Die Thora hat deshalb das kleinere Uebel gewählt, die Ehe- Scheidung nicht verboten, um so die Frau vor der Grausamkeit <Ies Mannes zu retten. Ab. führt dann ausführlich seine Gegen- Argumente an, polemisiert darauf auch gegen die Ansicht, dass die Ehescheidung später doch verboten wurde, weil die Ehe das Symbol der Vereinigung Gottes mit dem Volke darstelle61. Er kommt dann zur Schlussfolgerung, dass die Wahrheit doch Auf Seiten unserer Weisen sei: Wer die Ehe angeordnet, der hat auch die Scheidung vorgesehen, wenn Mann und Frau zueinander seelisch nicht passen62. Das Levirat hängt nach Ab. mit der Annahme der Seelen- Wanderung zusammen. Die Lehre von der Seelenwanderung ist eine Ueberlieferung von Moses her und ist auch von Pythagoras angenommen63. Er verweist dabei auf die Ausführungen des f1דמב zu וישב und meint, dass ein Bruder, der physisch dem Bruder am meisten nahesteht, dazu am geeignetsten ist mit der Witwe seines toten Bruders ein Kind zu zeugen, das in seelischer Be- Ziehung der Seele des Verstorbenen nahekommt. Anschliessend daran bringt er eine ausführliche Abhandlung über die Bedeutung der Seelenwanderung im allgemeinen. So sehen wir wie seine Begründungen verschiedener מצוות von seinem aussergewöhnlichen Scharfsinn zeugen. Sie sind oft nicht nur fein und neu, sondern auch von bestechender Eigenart. Hervorzuheben ist auch dabei sein Bestreben alles Rationale mit der Ueberlieferung in Einklang zu bringen. Gelingt dies nicht, 80 muss das erste dem letzteren weichen. (Fortsetzung folgt.) 61) Er fügt dabei ironisch hinzu: וגם זה לקח מאטתחותינו כי כנסת ישראל היא חשוקתו של הקב״ה והוא הבעל והאיש ואנחנו ארוסתו ואשתו כדברי הנביאים ומגילת שיר השירים. 62) והסבה בהם (בגירושין) כשלא יהיה החומר מוכן ומסכים כפי מה שראוי. 69l Vgl. Jacob Guttmann a. a. O. S. 95.

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