Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1928)
- Date
- 1928-03-01
- Page
- Seite 222 (sequence 105)
- Language
- German
- Belongs to
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222 Eine Leuchte der Bibelexegese usw. Glücksgott, der dadurch ihre Acker segnen würde56. Noch heutzutage, schreibt Ab., ist es in den spanischen Landen üblich, dass die Hirten zweimal jährlich zu einer gemeinsamen Beratung sich zusammenfinden, und um jene Zeit, ist es, nach meiner genauen Nachforschung, üblich, in Milch gekochtes Fleisch zu essen, am liebsten aber nehmen sie dazu Böckchenfleisch. Nach meinen genauen Erkundigungen ist dies auch in dem an Schafen reichsten Lande England Sitte, Zu Ex. 22, 30 לבשר בשדה טרסה לא תאכלו לכלב תשליכץ אותו (Und Fleisch eines auf dem Felde zerrissenen Tieres sollt ihr nicht essen; den Hunden sollt ihr es hin werfen) bemerkt Ab. nachdem er die Ansicht der Talmudweisen anführt und sie ausführlich begründet, dass damit vielleicht gesagt sein will: Die Juden sollen das auf dem Felde Erlegte nicht essen, wie es die Nichtjuden, ihre Edeln und ihre Minister tun, die da auf die Jagd gehen und das von ihnen erlegte Tier oder Geflügel gemeinsam mit ihren Jagdhunden verzehren. Die Thora wollte, dass Israel auch darin die Heiligkeit sich wahren soll, wenn es nach Art der Aristokraten zum Vergnügen auf die Jagd ging57. Israel sollte das Fleisch des bei dieser Jagd von den Hunden zerrissenen und getöteten Tieres nicht gemessen, sondern den Hunden hinwerfen. Zur Anordnung der Thora, dass wer eine Jungfrau betört, die nicht verlobt ist, diese unter Leistung des Brautgeldes zur Frau nehme. (Ex. 22,15) sagt Ab.: Die Gerechtigkeit dieser Anordnung ist zu begreifen, wenn wir bedenken, dass im allgemeinen keiner eine Jungfrau betören wird, die standesgemäss 66j Er weist dabei auch auf Lev. 17,7 ולא יזבדו עוד את זבחיהם לשעירים. 67) Der unter den spanischen Granden grossgezogene Ab. konnte es noch begreifen, dass ein Jude zum Vergnügen auf die Jagd gehen könnte. Vgl. dagegen das Resp ons en werk (נודע ביהודה (תנינא סי׳ יו״ד des berühmten R. Jecheskel Landau, für den das etwas Unbegreifliches ist. Ein Jude — ein Jäger? Nie und nimmer i Dies ist das Gewerbe eines Nimrod, keineswegs aber eines Enkels unserer Stammväter, denen auch das Leben eines Wilds, wenn es uns nicht angreift, heilig war. Wer zu seinem Vergnügen unschuldiges Blut vergiesst, dem dürfte es auch nicht schwer fallen Menschenblat zu vergiessen.