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Jeschurun · 1928-03-01 · Heft 3-4 (März 1928) · p. Seite 212

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 3-4 (März 1928)
Date
1928-03-01
Page
Seite 212 (sequence 95)
Language
German
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212 Eine neue Geschichte des Judentams usw. Neuen Testaments als Quelle für manche Ideen des Rabbinismus anzusehen seien (diese Frage der Priorität ist allerdings für uns Juden keine Frage, siehe übrigens Strack-Billerbeck: Kommentar zum Neuen Testament auf Grund von Talmud und Midraschim). Bei der Erörterung der Charakteristika der verschiedenen Mechiltas und Toseftas verdient des Verfassers Bemerkung festgehalten zu werden: Die Tosefta bringt oft Gründe und Ableitung aus dem Thorawort für ihre Entscheidungen, was die Mischna äusserst selten tut; Verf. nennt die Tosefta mit Recht an amplified Mischnah; auch enthält die Tosefta (ed. Zuckermandel) viele auf das Christentum bezügliche Stellen, die der Zensur entgangen sind. Zum Schlüsse dieses Abschnittes sei noch das treffende Urteil des Verfassers über die Stellung des Josephus und Philo zum talmudisehen Judentum herausgehoben (besonders wie es sich aus Josephus ״Bellum Judaicum״ und ״Contra Apionem* II, 16 ff. § 164 ergibt). Josephus schwankte lange, bis er sich für die Partei der Pharisäer entschied; jedoch ist aus des Josephus Darstellung sehr wenig über die eigentlichen praktischen Lehren der Pharisäer zu entnehmen. Josephus hat wenig Interesse für Theologisches, und wir wären in grosser Verlegenheit, wenn unser Wissen über die Pharisäer nur von den Mitteilungen des J. abhinge. So erwähnt J. nicht einmal die Männer der Grossen Synode. Den Hellenisten Philo dagegen interessiert das Judentum gerade von der theologisch-philosophischen Seite als religiöses Phänomen, dessen Formen und Vorschriften er mit der platonischen Philosophie und dem Stoizismus der Griechen mit einem Einschlag von pythagoräischer Zahlenmystik in Uebereinstimmung zu bringen sucht. Philo ist der erste, der ausgedehnte Studien an fremden Religionssystemen gemacht hat und methodische Kenntnisse und Ausblicke über die ganze zeitgenössische Philosophie besitzt. Die Hauptunterschiede der Methode Philos von der der tanaitischen Midraschim fasst Moore zusammen: 1. Ph. stützt sich nie auf das geoffenbarte Schriftwort, sondern sucht stets nach rationellen und moralischen Begründungen der mosaischen Gesetze, 2. Ph. lässt keinen Platz

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