Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1928)
- Date
- 1928-03-01
- Page
- Seite 209 (sequence 92)
- Language
- German
- Belongs to
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Eine neue Geschichte des Judentums usw. 209 kennt dieselben Vorschriften wie die späteren Mischnalehrer. Moore kommt zu dem Schluss: Das Buch Sirach zeigt uns, bis zu welchem Ausmasse die erhabenen religiösen und ethischen Prinzipien der Thoragesetze und der Propheten Ton den Mischnalehrern ausgewählt, für ihre Zeit angepasst und eingeordnet und zu dem Zwecke ethischer Erziehung umgearbeitet wurden, dass die Theologie und Ethik der Tanaim des 2. Jahrhunderts im wesentlichen dieselben gewesen wie der Sofrim im vorhergehenden Jahrhundert (I, 44. Beiläufig sei bemerkt, dass auch Judith Kap. 8, 6 ihr Fasten am Sabbat unterbricht und rituelle Speisen zu Holofernes mitnimmt, 80 auch Kap. 10,5: 12,1—4; 19; vgl. auch Daniel, der nur Hülsenfrüchte mit Wasser am Hofe des Königs geniesst). In dem Kapitel Character of Judaism wird auf die Einheitlichkeit und Unveränderlichkeit der Glaubenssätze und praktischen Lebenshaltung hingewiesen. Ein Beweis sei der consensus omnium in Bezug auf den Gottesdienst und die Gebetsordnung und Thoravorlesung in den Synagogen (die schon zweifellos zu Esras Zeiten bestanden haben, denn unmöglich können alle Juden aus den entlegensten Gegenden Palästinas und anderer Länder die drei Wallfahrtsfeste alljährlich mitgemacht haben), die einheitlichen Lehrvorträge im Bet Hamidrasch, die Einheit der Riten für die Lebensführung im Hause jedes Glaubensgenossen; kurz, das System der jüdischen Religiosität vereinige unity und universality in idealer Form. Wenn auch in einzelnen Punkten Verschiedenheit der praktischen Uebung und der Minhagim immer vorhanden gewesen, so seien doch jederzeit die Grundanschauungen über Religion, Ethik, Frömmigkeit, Tradition, Gottesdienst, Wohltun, Familienleben in der Praxis bei allen Rabbinen der Talmudzeit und späterer Jahrhunderte übereinstimmend gewesen. Dies habe den Triumph und Endsieg des Pharisäismus gegen alle partikularistischen Gelüste einzelner Sekten (Essäer, Karäer) zuwegegebracht. Spätere theoretische Streitigkeiten (wie die zurzeit des Maimonides über die Art des Fortlebens nach dem Tode u. a.) seien kein Gegenbeweis, man habe über das Wie, niemals