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Jeschurun · 1928-03-01 · Heft 3-4 (März 1928) · p. Seite 208

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 3-4 (März 1928)
Date
1928-03-01
Page
Seite 208 (sequence 91)
Language
German
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208 Eine neue Geschichte des Judentums usw. und die Handelsgebarungen auf eine unvergleichlich idealistische Höhe, einzig in seiner Art emporgehoben (I, 18/19). ״Sie erhoben das Gebot der Liebe zu Gott zu einer höchsten treibenden Kraft für den Gehorsam gegen das Gottesgesetz und fanden in Exodus 34,6 nicht allein die Persönlichkeit des geoffenbarten Gottes geschildert, — Gott barmherzig und gnädig, langmütig und reich an Huld und Treue usw. - sondern sie suchten in der Nachahmung dieser Charakterzüge Gottes das Ideal des menschlichen Charakters“ (ib.). Diejenigen, die die Erneuerung des Gesetzes durch Esra nur für eine Massnahme politischer Art zum Zwecke der Aus- und Abschliessung des jüdischen Volkes von den Nachbarvölkern betrachten, übersehen den Grund- Charakter dieser Gesetze, da erstens Teile dieser Gesetze sich ja auch bei den anderen umwohnenden semitischen Völkern finden, und zweitens diese Gesetze ihrem Sinne nach als r e 1 i - g i ö s e Bindung und Heiligung des jüdischen Volkes von jeher gedacht waren (vgl. Chaggai, Kap. 2 Vers 11/13). Die Idee eines einzigen Gottes enthalte eben als Korrelat die einer einzigen Religion. Ein starkes Argument gegen die Auffassung der Kritiker von der sogenannten Priesterreligion und ihrem lediglich legalen Charakter erblickt Moore in dem Buche Sir ach, das, wiewohl es Hochachtung vor den Priestern lehrt und Opfer, Abgaben usw. an sie empfiehlt (so Sirach, Kap. 7,31; 38,24; 49,1—5), dennoch die erhabensten Sittenlehren enthalte. Bei Sirach sei Weisheit gleichbedeutend mit religious ethics, fear of God, Versöhnung des von der Sünde Gelösten mit Gott; für Sirach sei dies die fundamentalste Weisheit (siehe Anfang des Buehes und Kap. 3). Dieses selbe Buch kennt auch die Gesetze der Thora und empfiehlt sie wiederholt zur Beachtung (z. B. Kap. 24 u. a. 0.). Es bespricht z. B. die Gesetze über Masse und Gewichte in derselben Weise wie die Mischna Baba Bathra 5,10. (Die Gewichte sollen reingemacht und abgetrocknet werden vor dem Verkauf.) Also Sirach, der doch kein Priester gewesen und sich zu den Sofrim zählte (siehe obige Bemerkung), unter denen doch die Priester kein Uebergewicht hatten, empfiehlt und

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