Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1928)
- Date
- 1928-03-01
- Page
- Seite 206 (sequence 89)
- Language
- German
- Belongs to
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206 Eine neue Geschichte des Judentruns usw. (Grundlagen des Judentums, Esra und die Männer der Grossen Synode, die Sofrim, die religiöse Krisis unter den Seleuciden, der Streit zwischen Hellenismus und überliefertem Judentum, Aufstieg der Pharisäer, Schule Schammais und Hillels, Fall des Tempels und Wiederaufbau des Judentums in Javne, Redaktion der Mischnah durch Rabbi Jehuda und damit die Neubefestigung des Judentums). Schon in diesen einleitenden Kapiteln ist das im Abschnitt ,Grundlagen des Judentums“ Gesagte besonders aufschlussreich und bemerkenswert. Hier setzt sich der Verfasser mit Kuenen und seiner Schule (Graf, Wellhausen, Schürer, Weber u. a.) kritisch auseinander. Dass der Verfasser in Bezug auf die Redaktion des Pentateuchs auf quellenkritischem Standpunkt steht und mit Kuenen Esra für den Verfasser des sogenannten Priesterkodex hält, nimmt uns bei einem christlichen Theologen nicht wunder. Sonst aber geht Verf. mit der Kuenen-Wellhausenschen Schule scharf ins Gericht. Nach Kuenens Darstellung steht Esra mit seinen Gesetzen in schärfstem Gegensatz zum Geiste der Propheten: nach Kuenen und seinen Jüngern hat vor Esra der Geist regiert, nach Esra der Buchstabe. Dort das freie Wort, hier das Schriftwort, dort die überragende Gestalt des gottentflammten Propheten, hier der Schriftgelehrte. Esras Reform sei antiprophetisch und antiuniversalistisch gewesen, Esras Gesetz habe den Geist des Prophetismus bis auf die letzten Spuren für immer ausgelöscht und die Exklusivität der jüdischen Religion für ewige Zeiten festgelegt. (Siehe besonders Kuenens fünf Vorträge: Weltreligion und Volksreligion, Berlin 1883. Wir kennen diese Töne bereits zur Genüge). Natürlich hat Kuenen bei dieser Darstellung, der sämtliche christliche Theologen folgen, besonders die Religion der Pharisäer mit ihrer Ausbildung des Begriffes , Gesetzesreligion “ und ihren angeblich unheilvollen Einfluss auf die zukünftige Entwicklung des Judentums im Äuge. Hiergegen wendet schon hier der amerikanische Gelehrte summarisch ein: That Esra’s lawbook turned Judaism into an arrid ritualism and legalism is refuted (widerlegt) by the whole literature of the following centuries (I, p. 16 f). Moore weist mit Nachdruck auf das hohe moralische Niveau der in