Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1928)
- Date
- 1928-03-01
- Page
- Seite 201 (sequence 84)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Die jüdische Geschichtsschreibung im Mittelalter 201 des STA. als das gegenwärtige Jahr bezeichnet© Jahr 1195 sei. 884) in die Amtsperiode R. Amrams oder kurz nach ihr fällt. Ein wichtiges Bedenken gegen Epsteins Ansicht ist, dass keiner der Abrisse Sura erwähnt; höchstens könnte man in der Bemerkung, dass R. Chisda nach Machseja ging, einen Hinweis auf Sura sehen. Die Aufzählung des ersten Abrisses von fast allen Rektoren Pumbeditas während der langen Wirksamkeit R. Aschis in Sura zeigt eine gewisse Vertrautheit gerade mit Pumbeditas Hochschulüberlieferung. Andererseits sind E.’s Argumente für den Suranischen Ursprung nicht zwingend. 1. Die Nichterwähnung der meisten Pumbeditaner Rektoren der letzten Amoraimperiode erklärt sich damit, dass der Verfasser — aus Absicht oder aus mangelnder Kenntnis — keine nebeneinander herlaufende Reihen der Tradenten aufzählen will, Sura aber als die höher stehende Hochschule betrachtet50. 2. Der Beginn der Geonimzeit mit dem Jahre 689 widerspricht wohl der Ansicht des Pumbeditaner R. Scherira, beweist aber noch nicht die Suranische Quelle. 3. Selbst wenn man in der Jahreszahl 530 sei. als Datum der Uebersiedelung Rabs einen Gegensatz zur Pumbeditaner Ueberlieferung sieht51, so könnte sie doch auch ausserhalb Suras als das Jahr der Uebersiedelung Rabs gegolten haben. 4. Noch weniger können einige Uebereinstimmungen des methodologischen Teiles mit den Halachot Gedolot als sicherer Beleg für Suranischen Ursprung des STA. gelten, selbst wenn man annimmt, dass die Halachot Gedolot in Sura verfasst sind. Auch ausserhalb Suras hat man sich doch in vielen Dingen nach der Entscheidung der Geonim dieser Hochschule gerichtet. 5. Daher könnte auch die Uebereinstimmung eines ganzen Abschnittes des methodologischen Teiles mit einem Responsum des R. Amram Gaon nur dann als 5G) Dass Sara ursprünglich höheren Rang hatte als Pambedita, wurde auch von den Gelehrten dieser Hochschule zugegeben. Vgl. den Bericht in Juchasin, ed. Krakau, S. 120a; ed. Königsberg, S. 119a. 51) Vgl. hierzu Rapoport, Erech Millin, S. 138 ff.; Halevy, Dor. Har. II, S. 210—223; A. Epstein in REJ. XLIV, S. 45—62; Kottek, Fortschritt oder Rückschritt, I (1902;. 6