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Jeschurun · 1928-03-01 · Heft 3-4 (März 1928) · p. Seite 164

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 3-4 (März 1928)
Date
1928-03-01
Page
Seite 164 (sequence 44)
Language
German
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164 Die Vertreibung der Juden usw. ,wirtschaftlichen Beschränkungsmassn ahmen abzuwenden. So versuchten die Juden, eine Deputation nach Wien zu entsenden, um über die ״Abschaffung״ und schlechte Behandlung seitens Enzenbergs Beschwerde zu führen. Diese wurde aber auf dessen Befehl unweit von Czernowitz angehalten, misshandelt und in die Bukowina zurückgebracht; überdies wurde noch ein Strafverfahren gegen die Judenschaft eingeleitet, ״weil sie Unruhen, eine Zusammensehwörung und ein Komplott veranlasst haben1 ״). Nur ein Protestruf langte in Wien an. Es war dies das erste Majestätsgesuch ״sämtlicher Juden aus der Bukowina vom 26. 6. 1782״, eigentlich nur der Vorbote des eigentlichen, später ergangenen Majestätsgesuches, dahinlautend, von weiteren Auswanderungsbefehlen, wie sie Enzenberg auch selbst gegenüber eingesessenen Juden erteilte, abzusehen. Sie beriefen sich auf das jüngst ergangene Judenpatent — gemeint ist das kaiserliche Handbillet —, das ״ihnen nicht nur alle vorige, sondern noch mehrere Freiheiten einräumt״, so dass es ihnen ״unbegreiflich vorkommt, wie man wider dessen gesetzmässige Vorschrift, so hart mit den Juden verfahren könne2״). Obwohl die bedrängten Bukowinaer Juden eine rechtliche Stütze zur Bekräftigung ihrer Petitionen anführten, hatte ihr Gesuch und ihre Beschwerde nur einen einseitigen Erfolg. Der Hofkriegsrat gab nämlich den Auftrag, dass gemäss den früher ergangenen Befehlen nur die seit dem Kriegsjahre 1769 ״eingeschlichenen und nicht altangesessenen Juden abgeschaffc״ und auch keine weitere Vermehrung der Juden gestattet werden solle. Hingegen erwähnte er bezüglich ihrer Lebensweise und ihrem Heimatsrecht, wovon in dieser Petition so viel die Bede ist, kein Wort.3) Trotz Enzenbergs Bemühungen, ja nichts über seine Handlungen in der Bukowina etwa über die Grenzen dieser Provinz ן) HER Reskript v. 4/6 1782 hierüber an Gen. Kom.; Enzenberg an HER v. 27/8 1782, zum Teüe auch bei Zieglaaer a. a. 0. V. 42/3 und 61, ebenso auch das Majestätsgesuch der Jaden v. 26 7 1782. 2) Majestätsgesuch v. 26/6 1782. 3; HER Reskript v. 6/7 1782.

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