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Jeschurun · 1928-03-01 · Heft 3-4 (März 1928) · p. Seite 162

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Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 3-4 (März 1928)
Date
1928-03-01
Page
Seite 162 (sequence 42)
Language
German
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162 Die Vertreibung der Juden usw. und den Rittmeister Fink zu bewegen, seinerseits ein Sonder״ gutachten abzugeben, in dem er den Grundsatz aufstelite, dass ״obgleich er der Schrift vollkommen beitrete, jene Juden, welche nicht einen der 3 Nahrungswege, nämlich den Ackerbau, unentbehrliche Handwerke oder einen aufrechten Handel ergreifen,, mögen sie alt- oder neuangesessene Juden sein, im Staate keineswegs zu dulden seien, weil es höchst nachteilig sei, den Juden das bisherige Pachten und uneingeschränkte Wein- und Brannt- Weinschänken weiter zu gestatten“ 1). Enzenberg hatte in dem Rittmeister Fink einen Helfer für seine Ideen gesucht und gefunden, der ganz in Enzenbergs Sinne,, konkreter ausgedrückt: die Entziehung der bisherigen Beschäftigungen oder die gänzliche Abschaffung der Juden forderte. Nach Ablauf von 2 Monaten (am 13. 7. 1782) sandte endlich Enzenberg das Kommissionsgutachten an den Hofkriegsrat ab, sowie sein von beiden Kommissionsmitgliedern, den Verwaltungsoffizieren Fink undBeddeus, unterstütztes Sondergutachten und einen Motivenbericht über den Zweck der Einberufung dieser Kommission und seines besonderen Gutachtens. In seiner Ent- Scheidung vom 27. 7. 1782 erklärte hierauf der Hofkriegsrat, dass die ergangenen Befehle ״deutlich“ dahin gelautet hätten, nur die ״neuen Juden“, d. h. diejenigen, die nach dem Jahre 1769 ״sich eingeschlichen״ hätten, mit Ausnahme derer, ״die sich durch ihre Anwendung für den Kontributionsstand auszeichnen“ abzuschaffen, nicht aber die bereits ehedem zur Zeit der moldauischen Regierung in der Bukowina wohnhaft gewesenen Juden, wie es Enzenberg ״im erzwungenen Zweifel“ meinte. Der Hofkriegsrat, dem die Ansichten und Meinungen der Kommission schnurstracks entgegenliefen, erklärte diese für inkompetent, sich hierin zu äussern und erteilte auch dem Verfasser des Gutachtens, dem Hauptmann Algey, eine Rüge. Gegen die Ansicht der Kommission, dass die Huldigung der Juden das Recht auf ungestörten *) Sondermeinung d. Adjutanten Ober-Leutnants Beddeus v. 15/6 1782 und des Hanptmann-Auditors Rittmeister Fink — ganz conträr zum Commissionsgutachten — gleichen Datums mit der Enzenbergs (dem 10/7 1782), Zieglauer a. a. O. V. Bd. S. 27/8.

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