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Jeschurun · 1928-03-01 · Heft 3-4 (März 1928) · p. Seite 161

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 3-4 (März 1928)
Date
1928-03-01
Page
Seite 161 (sequence 41)
Language
German
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Die Vertreibung der Jaden usw. 161 Diese Kommission, der Hanptmann Algey, Rittmeister Fink, die Oberleutnants Beddeus und Adler und der Unterleutnant Gebier angehörten, gibt uns einen Lichtblick inmitten der allgemein so trüben Lage der Juden in der Bukowina. Sie waren die einzigen Anwälte der Bedrängten, die den Juden das Recht auf ein Verbleiben zuerkannten, und eine einseitige Lösung dieser ״Verträge* (wie sie sie nennen) vom religiös-intoleranten, Christliehen Standpunkte aus ausschlossen. Darüber hinaus bahnten sie Wege für die positive Lösung der Judenfrage durch Emanzipations-Bestrebungen also durch Verbesserung ihrer bürgerlichen Stellung an. Dieses Kommissions-Gutachten der Bukowinaer Verwaltungs- Offiziere und Untergebenen des Administrators Enzenberg vom 7. 5. 1782 machte natürlich einen niederschmetternden Eindruck auf diesen. Denn er hatte dadurch sein Ziel nicht nur verfehlt, sondern gerade das Gegenteil erreicht. Er arbeitete nun seinerseits ein Sondergutachten aus, um ihre Ansichten teilweise durch Fälschung und Verheimlichung von Daten1) zu widerlegen. Unter anderem erklärte er, dass nur ״zufälliger Weise solche fremde Juden“ zur Huldigung zugelassen wurden, dass sie ״absolut heiraten wollten“, ihre Industrie gering sei, dass Handwerker durch deutsche Ansiedler ersetzt werden könnten und ihre Steuern nicht 80 bedeutsam seien. Deshalb sollten ״nach seinem Dafürhalten“ nur die Juden weiterhin im Lande wohnen, die einen ansehnlichen Handel (״wo der Kram wenigstens 200 fl. betragen sollte“) oder gute und dem Staate nützliche Gewerbe betrieben, sowie alle die, die sich der Landwirtschaft in eigener Person zu widmen gedächten. Von den Pachtungen der Güter aber, sowie der Dorfschaften, des Zehnten, Mühlen, Schank- und Wirtshäuser sollen sie für die Zukunft ausgeschlossen werden2). Es gelang ihm auch, seinen Adjutanten, den Oberleutnant Beddeus, im Punkte der Judenheiraten zu überreden 1) So gibt er fälschlich die direkten Steuern der Juden mit 6 fl. jährl. an, während sie erwiesenermassen 11 fl. entrichteten (vgl. oben S. 41 u. S. 160). 2) Enzenbergs Sondermeinung v. 10/7 1782; Zieglauer a. a. 0. Y. Bd. 8. 29 - 33.

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