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Jeschurun · 1928-03-01 · Heft 3-4 (März 1928) · p. Seite 160

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 3-4 (März 1928)
Date
1928-03-01
Page
Seite 160 (sequence 40)
Language
German
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160 Die Vertreibung der Juden usw. Produkte des Landes seitens der Juden bei den, namentlich durch übermässiges Trinken, verschuldeten Bauern. Gegen die Vertreibung spräche in erster Linie das Versiegen einer überaus bedeutsamen staatlichen Einnahmequelle, die durch die Abgaben der Juden gespeist wird 1). Des ferneren sei ihre Kapitalskraft für die Förderung der aufkommenden Industrie unentbehrlich, da im übrigen die Agrikultur aus Mangel an Absatz landwirtschaftlicher Produkte zurückgehen werde. Zudem sei die Anwesenheit jüdischer Handwerker aus Mangel an anderen notwendig. Ausser diesen finanziellen und Wirtschaftliehen Momenten im Interesse des Staates und seiner Bewohner berücksichtigte die Kommission auch die rechtliche Seite und betonte, dass die Juden ein Recht auf ein weiteres Verbleiben im Lande hätten. Würden sie doch durch die anlässlich ihrer Verehelichung entrichtete Toleranztaxe sich das Bürgerrecht im Lande erkauft haben. So sei nun ״der Staat und der Regent auch künftighin (sie) hier zu behalten״ verpflichtet. Ebenso hätten die Juden durch die Huldigung für den Kaiser ״das Recht erworben ... auf immer Mitbürger dieses Distriktes zu verbleiben, auch als Juden, weil die Menschen nach Anleitung der Völkerrechte eine unumschränkte Freiheit in der Wahl der Religionen gemessen״. Im übrigen aber sei durch die schon ausgeführte Abschaffung den erlassenen Befehlen eine ״auf das Aeusserste erweiterte Folge geleistet worden״♦ Nicht durch ihre Vertreibung sei daher das Gute zu erwarten, sondern durch Verbesserung der inneren Landesverfassung der Bukowina und durch Erweiterung der jüdischen Nahrungszweige, ״alsdann״, so erklärt zum Schlüsse die Kommission wörtlich, ״würde deren Vermehrung ebenfalls erspriesslich sein2״). J) Verheiratete Jaden: jährliche Steuerzahlung 11 fl. 8 xr. ledige: 5 fl. 34 xr; mithin Verlast von über 4000 fl. jährlich an diesen ordentlichen Stenern allein infolge der bereits erfolgten Abschaflang von 365 jüdischen Familienhäoptern! Ausserdem noch der Abgang an anderen verschiedenen Abgaben. 2) Bei Zieglaaer a. a. O. V. S. 19-26 ist das Gatachten der Commission im Wortlaute wiedergegeben.

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