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Jeschurun · 1928-03-01 · Heft 3-4 (März 1928) · p. Seite 147

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 3-4 (März 1928)
Date
1928-03-01
Page
Seite 147 (sequence 27)
Language
German
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Der Gottesdienst asw. 147 einer andren Regelung eine Gemeindeverwaltung berechtigt, erscheint mir höchst zweifelhaft. Denn genau so wie zum Unterhalt der Lehrer und dem Synagogenbau jeder nach seinem Besitze לפי ממון steuern muss (Choschen Mischpat 163, 3 im Rmo am Schluss), so hat auch für ihre Benutzung jeder Begüterte ein höheres Entgelt zu zahlen. Nur die Ohnmacht der Gemeinden hat dazu geführt, dass der Wohlhabende mit dem Aermeren in ungleiche Konkurrenz treten konnte. Ja nach dem Sefer Chassidim (409, 470, 471) war es nur Bestechlichkeit und Gewinnsucht einzelner Synagogenvorsteher, die aus der Würde der Tora- Vorlesung ein Geschäft gemacht und damit unwiederbringlich das hohe geistige Niveau der Aufzurufenden preisgegeben haben. Wir geben in der Note1) einige bezeichnende Stellen dieses Buches, weil sie grell den Schaden der Ehrsucht beleuchten. Aus ihnen ist ersichtlich, dass auch von חיובים, von einem An- Spruch auf die Mizwah keine Rede war, dass auch bei den später *) Aus Sefer Chassidim: Nr. 407. Jemand wollte am Oraan H&kaadesch sitzen» damit seine Tefilla erhört werde. Da sagte ihm ein Weiser: mach Dich nicht gross vor dem Weltenkönig! Wo die Grossen stehen, sollst Da nicht stehen (Mischle 25, 6); tritt nicht yoreüig zum Streite heraus; sitzest za beim Oraan, werden andere mit dir streiten, besser da sitzest fernab ohne Streit and dein Gebet wird eher erhört, wenn du keinen Streit entfachtet im Gotteshaase. Nr. 408. Man soll sich beeilen, unter den ersten bei der Mizwah za sein, wenn aber ein Streit entsteht: der sagt, ich will der erste sein, jener sagt, ich will der erste sein, dann ist’s besser, der letzte za sein. Nr. 409. Man darf keinen geldgierigen Vorsteher ernennen, weil er dem Reichen schmeicheln wurde and ihn am Rosch Haschono and Jom Kippur aafrafen, aber nicht die Frommen, wie es sich gebahrt; so wird er nur den aafrafen, der nach Ehre jagt, wie wir sagen; als die Vordringlichen sich mehrten, begannen die Frommen sich zurackzahalten vom Schaubrot, and ferner heisst es: ist es Zeit für Gott za wirken, geben sie deine Tora preis. Nr. 470 ... Ursprünglich rief man nur Talmide Chachamim za Tora, and einen Bräutigam, der würdig war ... als aber die Macht bestechlicher Vorsteher gross ward, da fing die Zeit der bösen Ehrsacher an. Nr. 471. Aach Ghosson Taaro and Chosson Bereschis fingen an den Vorstehern Geld za geben, die Familien gerieten in Streit, jede wollte aas ihrer Familie aufgerafen sehen, da Hessen sie den Scheli&ch Zibbar auch Unwissende aafrafen, am sie za besänftigen. Nr. 491. ״Zu seiner Rechten das Feuergesetz*, das lehrt, dass Fromme, Toratreue zur Rechten der Tora sitzen sollen. Aber am des Friedens willen, lege keiner Wert darauf, wo er sitzt, denn nicht der Platz des Menschen ist seine Ehre, and setzt man ihn niedriger als andere, minder Gate, 80 beachte er 68 nicht. . .

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