Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1928)
- Date
- 1928-03-01
- Page
- Seite 144 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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- Helbo 1× ep/1004843
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144 Der Gottesdienst usw. gegeben ist, aber nur gegenüber der Oeffentlichkeit wird sie Gegenstand besonderen Dankes, dass jeder sie verbreiten, weiterlehren, zur Geltung bringen kann. Keine Einrichtung, die mehr unsre Gleichheit, unser aller gleichen Adel ins Licht rückt! Immer wieder betont es der Talmud (Gittin 59 b u. 60 a), dass Rangstreitigkeiten bei der Toravorlesung zu vermeiden sind. Beim Mahle mag der Kohen oder Lewi seinen Rabbi ehren und ihm den Yortritt lassen, aber nicht in der Synagoge, besonders nicht an Sabbäthen und Feiertagen, ״wo viele Menschen im Gotteshause anwesend sind״. Es könnte sonst allzuleicbt zu Differenzen in Fragen der Ehre führen. Nur absolut anerkannte Autoritäten dürfen eine Auszeichnung erfahren. Die Galiläer befragten Rabbi Chelbo um die Rangordnung der Aufzurufenden. Er wusste es nicht und fragte Rabbi Jizchak, den Schmied. Dieser sagte: ״Erst Toragelehrte, die zu Führern der Gemeinde ernannt sind, (Meister auf allen Gebieten der Halacha) dann solche, die des Führeramts würdig sind, dann die Söhne der Gelehrten (zu Ehren der Väter), dann die Vorsteher der Synagogen, endlich jedermann״. Es spricht sich hier zwar noch ein Vorrang der Talmide Chachamim aus. Bezeichnenderweise aber bemerkt der Oruch Haschulchon: (136,2) Zunächst ist ersichtlich, ״dass an und für sich alle Alijaus gleichwertig sind.״ ״Selbstverständlich gibt es auch heutzutage unter uns keine solchen Toragrössen mehr, auf die das genannte Vorrecht anwendbar wäre“. Zwar das Publikum hält die Alijaus nicht für gleichwertig. Wer daher zu einer Alijah greift, die man als minder ehrenvoll betrachtet, der erwirbt sich damit ein grosses Verdienst, denn leider kommt viel Streit von dieser falschen Wertung, dass Gott sich erbarme; in Wahrheit aber gibt es keine grössere Torheit, denn alles ist dieselbe Tora, und immer ist es dieselbe Brocho und es ist nur falscher Ehrgeiz, der in Israel herrscht״. — Zusammenfassend kann also nochmals gesagt werden: die Weisen wollten in der Teilnahme Aller an der Vorlesung unsrer aller gleiche Berufung zur Tora zum Ausdruck bringen. Das ist heute aber gänzlich in den Hintergrund getreten.