Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1928)
- Date
- 1928-03-01
- Page
- Seite 138 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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138 Ibsen aufstellt, als Vorbedingungen für das Erscheinen des dritten Reiches ansieht. Aber wir haben gesehen, dass sie sich in der Kritik des Bestehenden erschöpfen, in jeder positiven Aufstellung aber zu jenem schrankenlosen Individualismus führen, der sich selbst aufhebt. Wir kennen das ״dritte Reich“. Es ist in Wahrheit das erste Reich, das Gott mit der Schöpfung. errichten wollte und dessen Erfüllung an dem Widerstand der Menschen scheiterte zu Adams und Noahs Zeit, zur Zeit da die Menschheit empöre• risch den Himmel stürmen wollte, und da das abrabmitische Volk, das pfadbereitend ausgeschickt wurde, seiner Aufgabe nicht gerecht wurde. Das Reich, das ein Reich des Diesseits sein sollte nicht mit dem steten starren Blick auf das Jenseits, ein Reich der Lebensfreude im Dienste der von Gott gelehrten Pflicht, da der Mensch seiner Natur getreu leben darf, die eben aus Körper und Geist, aus Sinnenlust und Jenseitsbestimmung gemischt, da die Einheit der beiden Reiche von Anfang an Aufgabe und Ziel sein sollte. Mit dem Judentum wandelt die Menschheit die gleiche Bahn. Sie wird nie ihres Lebens froh werden, nie den Sinn des Lebens und seiner Problematik begreifen, wenn sie ihn nicht sieht in der Aufgabe לתקן עולם בטלנות שדי das Diesseits zu gründen und zurechtzurücken durch das Reich des Allmächtigen. Nur dann wird sie die messianische Zeit herauführen helfen, die zugleich das erste und das zweite und das dritte Reich ist. Die Worte tiefen Sinnes, die wir oben als Verkündigung des Mystikers Maximus über die Zukunft des dritten Reiches gebracht, ״wo der Zweiseitige herrschen soll“, sie schliessen: ״Das Judenvolk hat einen Namen für ihn. Sie nennen ihn Messias und warten auf ihn“. * * Hat Ibsen wirklich uns Juden etwas zu sagen? Zu sagen wohl! Nur dass die wenigsten auf ihn hören werden. Den einen geht der Sinn des Judentums auf in der Erfüllung der Heimatssehnsucht nach dem Lande der Väter. Dann werde sich alles, alles wenden! Was aus dem Menschen und aus dem