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Jeschurun · 1928-03-01 · Heft 3-4 (März 1928) · p. Seite 137

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 3-4 (März 1928)
Date
1928-03-01
Page
Seite 137 (sequence 17)
Language
German
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Ibsen 137 vergibt er vieles. Ich werde helfen. Gebete sollen für dich emporsteigen“. Gelobt seien die Heiligen! Gelobt seien die Blutzeugen! Glaube mir, wir werden später alles sühnen. Schenke mir die Allemannen zur Bekehrung; ich will Priester unter sie aussenden; sie sollen sich der Gnade des Kreuzes unterwerfen“. Julian: ״Die Allemannen unterwerfen sich ihm nicht“. Helena: ״Dann sollen sie sterben. Wie ein süsser Opferrauch soll ihr Blut zu ihm, dem gütigen Herrn emporsteigen. Wir wollen seine Herrlichkeit vermehren; sein Preis soll durch uns verkündet werden. Ich selbst will mit dabei sein. Die allemannischen Weiber für mich! Unterwerfen sie sich nicht, so sollen sie geopfert werden! Und dann, mein Julian, wenn du mich wiedersiehst —; verjüngt, verjüngt! Schenke mir die Allemannenweiber, du Geliebter! Blut — es ist ja kein Mord, und das Mittel soll untrüglich sein — ein Bad im frischen Jungfrauenblut — (Casars Abfall IV). Und wie viele Etappen in der Entwicklung des ״zweiten Reiches“, in seinem Aufstieg und seiner weltlichen Grösse sind durch Persönlichkeiten von ähnlicher Gesinnung erreicht worden! Aber das Heidentum, das des ״ersten Reiches“ es erfahrt wahrlich keine mildere Beurteilung. Die ersten drei Akte von ״Kaiser Julian“ sind fast ausgefüllt von der Schilderung der Gemeinheit derer, die sich als Bekenner der alten Götter um den Kaiser drängen. Und Julian Apostata kann seines Dionysoskultus keinen Augenblick froh werden, ob des Ekels, der ihn übermannt, wenn er die sieht, mit denen er die Freude und die Schuldlosigkeit der alten Zeit wieder hat heraufführen wollen. Was ist aber nun der Sinn des dritten Reiches, das der Mystiker Maximus verkündet und das für Ibsen die Lösung des welthistorischen Konfliktes bedeutet? Die Andeutungen in ״Kaiser und Galiläer“ selbst bleiben dunkel, trotz aller Versuche, die gemacht worden sind, hier einen geschlossenen Gedankenbau zu konstruieren1). Im allgemeinen wird man nicht fehl gehen, wenn man die Forderungen, die Ibsen in seinen späteren Dramen *) Ygl. das grundlegende und tiefschürfende Werk von Rolf Engert: Henryk Ibsen als Verkünder des dritten Reiches, Leipzig 1921. 2

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