Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1928)
- Date
- 1928-03-01
- Page
- Seite 136 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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136 Ibsen von Galiläa das Welten-Steuer ergriff. Leben, heisst bei ihm sterben u. s. f.“ (Casars Abfall V). ״Kaiser und Galiläer, wie das Widersprechende vereinen? Maximos du, der du im Buche der ewigen Sterne liest, kannst du mir den Ausgang dieses Streites sagen? — Beide werden untergehen, der Kaiser und der Galiläer. — Und wer ist der Rechte? — Er der sowohl den Kaiser als den Galiläer verschlingen wird. — Du lösest das Rätsel mit einem noch dunkleren. — Ich sage, sie werden beide uutergehen aber nicht vergehen. Geht nicht das Band unter im Jüngling und der Jüngling wieder im Mann. Aber weder das Kind noch der Jüngling vergehen. — Du hast den Jüngling wieder zum Kinde umschaflfen wollen♦.. Aber das Reich des Geistes ist nicht das abschliessende, gleich wie es der Jüngling nicht ist. Du hast den Jüngling hindern wollen zu wachsen — hindern, Mann zu werden. 0, du Tor, der du das Schwert gegen das werdende gezogen hast — gegen das dritte Reich, wo der Zweiseitige herrschen soll“. (Kaiser Julian III Ende). Wie Ibsen sich das Wesen des dritten Reiches gedacht hat, darüber später. Zuerst noch einige Worte darüber, dass für Ibsen jedes der beiden Reiche nicht nur seinem Wesen, seinen Zielen und seinen Strebungen nach unvollkommen ist, dass auch die Geschichte über sie den Stab gebrochen hat. Sie waren und sind für den Untergang reif. Julian Apostata sieht die Verkommenheit der Persönlichkeit des Hofes und des Reiches unter seinem Vorgänger. Die Greuel die unter dem Zeichen des Christentums geschehen, der Meuchelmord an seinem ganzen Geschlecht, die Feigheit und Verworfenheit der Spitzen des römischen Reiches, die niedere Gesinnung der christlichen Masse. Und wie weiss die von Gebet und Heiligkeit tiberfliessende fromme Schwester des Kaisers alle Register zu ziehen, ihn zum Abfall von ihrem Bruder und verschleiert mit halben vorsichtig abgewogenen Worten zu seiner Ermordung zu locken. Julian: Vergisst du die unsichtbare Leibwache um den Gesalbten?“ Helena: Christus ist gut, 0 sei fromm, Julian, so