Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1928)
- Date
- 1928-03-01
- Page
- Seite 133 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Ibsen 13a zur Mutter Brands Verhalten zu einem unsittlichen stempelt, wir wissen, dass das Opfer des eigenen Kindes nur einmal in der heiligen Geschichte von einem Abraham gefordert wurde, als die Akeda, den einzigartigen Akt, wir wissen, dass auch dem Schmerz um einen Dahingegangenen sein Recht werden soll, dass abgewogen wird, was an Gütern geopfert, was zurückbehalten werden soll. In dem Gesetze Dt. 15, 7 ff. steht jene unnachahmliche Steigerung in der Uebung der Mildtätigkeit, din bei Brand eine in ihren Folgen so ungeheuerliche Form annimmt. ״Du sollst deinem Bruder, dem Dürftigen gegenüber dein Herz nicht verhärten״ du sollst nicht an die Tür deines Hauses schreiben; Mitglied des Vereins gegen Bettelei, du sollst den Armen zu dir lassen, und wenn du ihn vorgelassen, dann ״sollst du deine Hand nicht verschliessen“ sollst ihm geben, ihm reichlieh geben ״öffnen sollst du, öffnen ihm deine Hand“ und nicht nach deinem Vermögen rechnen, sondern ״ibm auch leihen wieviel er in seinem Mangel bedarf, wieviel ihm fehlt“. Du sollst auch mit einem Verluste rechnen, ״hüte dich in deinem^ Herzen den nichtswürdigen Gedanken zu hegen das siebente Jahr, das Erlassjahr ist nahe — und nun blickt dein Auge böse auf deinen Bruder, den Dürftigen, und du gibst ihm nichts״. Und wir dürfen hinzufügen, dass im Siebentjahr der Geber selbst durch den Ausfall der Ernte in Bedrängnis geraten könnte, aber das darf ihn nicht hindern, jetzt wo er im Besitze ist, reichlich zu spenden. Und endlich nicht missgünstig sollst du ihm geben ״dein Herz sei nicht gebrochen, wenn du ihm gibst“ frohen Sinnes ״ נתן תתן לוgeben, geben sollst du ihm“ und auch den Gedanken darfst du hegen, dass dir Ersatz werden wird ״um dessentwillen wird dich der Ewige, dein Gott in allen deinen Werken und in allem, was du erwirbst, segnen ״Denn es wird nie an Dürftigen im Lande fehlen“; der Gott, der die sociale Ungleichheit zulässt, gebietet dir, sie nach Möglichkeit aus der Welt zu schaffen ״darum gebiete ich dir: ״öffne deine Hand deinem Bruder!“ Diese Aufrechnung mag gegenüber der hinreissenden Wucht der Anforderungen Brands kleinlich erscheinen. Sie ist es nicht für den, der in das Wesen unseres