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Jeschurun · 1928-03-01 · Heft 3-4 (März 1928) · p. Seite 131

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 3-4 (März 1928)
Date
1928-03-01
Page
Seite 131 (sequence 11)
Language
German
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Ibsen 131 Unbedingtheit seiner Forderungen begeistert gefolgt, da schreit er unter der stürzenden Lawine sich krümmend auf: ״Sag mir Gott im Todesgraus: ״Reicht nicht zur Errettung aus Manneswillens quantum satis?״ Und eine Stimme durch das Donnergekrach: ״Er ist deus caritatis.״ Diese Stimme als Schlusswort des Dramas ist ein rechter deus ex machina. Nein, dass Gott ein Gott der Liebe ist, dafür brauchte Brand nicht der Offenbarung am Ende seines Lebens. Das Wort soll auch wohl nur dem Sterbenden Trost gewähren, dass sein Streben ״sein Manneswillen״ Y0r dem Throne des Höchsten die rechte Wertung erfahren wird. Darum kann auch dies Wort nicht als Lösung für den Konflikt angesehen werden, in der die offizielle Lehre des Christentums Männer wie Soren Kierkegaard und Lammers, der für Ibsen das Urbild für Brand abgab, verstrickt. Denn, dass wir es gerade heraussagen — 80 schwer es uns wird, Kritik an einer anderen Religion zu üben: ״Brand״ bedeutet die schwerste Anklage gegen das Christentum, nicht nur gegen seine unzulänglichen Vertreter, sondern gegen seine Uriehren. ״Alles oder Nichts״ das muss die Losung des Christen sein, wenn er die Konsequenzen aus den Forderungen des Religionsstifters und seiner Apostel zieht. Die Anwendung dieser Lehren das höchste Ziel des vollkommenen Christen. Neuere meinen, dass die Angriffe Soren Kierkegaards auf Lehro und Leben im Christentum, die obwohl Ibsen nicht von ihm beeinflusst sein will, sich so sehr mit denen Brands decken, dass Ibsen ״der Dichter Kierkegaards ist״ ,״von der Voraus- Setzung ausgehen, das das Neue Testament unbedingt verbindliche Norm des Glaubens und Lebens sei. Unter dieser Voraussetzung hat Kierkegaard gegen die bestehende offizielle Christenheit Recht. Er hat die Zweideutigkeit nicht bloss schonungslos sondern unwiderleglich nachgewiesen1 ״). Sie heben dann hervor, dass diese Voraussetzungen nicht zutreffen. Aber wo bleibt dio Norm, reden wir gar nicht vom ״gesetzlichen״ Verhalten, sondern von der restlos religiösen Betätigung für den letzten und höchsten ג) Die Religion in Geschichte and Gegenwart UI HOlf.

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