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Jeschurun · 1928-03-01 · Heft 3-4 (März 1928) · p. Seite 127

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 3-4 (März 1928)
Date
1928-03-01
Page
Seite 127 (sequence 7)
Language
German
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Ibsen 127 Metalle aus der Erde zu holen“, der er das Lebensglöek seiner Frau geopfert, eine Idee, mit der er, wie er behauptet, Tausenden hat helfen wollen — das Ganze ein grosser Selbstbetrug; denn Stolz und Selbstbewusstsein war die Triebfeder. Und ״wenn die Toten erwachen“ und der Bildhauer Rubek erkennt, dass sein ganzes Leben eben nur eine ״Lebenslüge“ gewesen, dass er um der Kunst willen in Irene nur das Modell gesehen und darum das Lebensglück verscherzt, die grosse Tragödie rein aesthetischer Weltbetrachtung sich vor uns auftut, dann ist das der Epilog, den die Weisheit des greisen Dichters zu seinem Lebenswerke gedichtet. Das alles hat auf den ersten Anschein recht wenig mit jüdischer Welt- und Lebensanschauung zu tun. In Wahrheit steigt Ibsen aber in die gleichen seelischen Abgründe hinein, die sich dem auftun, der die letzte Rechnung abhält mit dem eigenen Selbst. Der Hörer muss eben ein feines Ohr haben, um in Ibsens Gesellschaftsdramen den ״Dialog zweiten Grades“ zu vernehmen. Da kommt es eben nicht auf die Frau Alving an und was sie in ihrer Erregung von der Forderung der Lebensfreude sagt, um die sie betrogen, da ist Nora nicht die Frau, deren Grösse darin besteht, dass sie ihrem Manne entläuft, da ist Hedda Gabler nicht nur die von perversen Neigungen aufgepeitschte, u. s. f. Was zwei Menschen aneinander gesündigt, weil sie das Leben zu leicht genommen, in Schicksal verstrickt aber durch eigene Schuld, das ist auch hier wie in den grossen Dramen der Weltliteratur der Kernpunkt des Handelns und Leidens. Das Wesen unserer אשת חייל ist wahrlich weltenfern von dem dieser Frauen. Aber eben nur weil die Wahrheit ruht auf ihrem Pfliehtenleben und auf dem Verhalten der Gatten gegeneinander. Wo diese Quelle des Rechts und der Aufrichtigkeit versiegt, wie so oft in unseren Tagen, da steht auch die jüdische Ehe vor einem Nichts, und mag sie äusserlich auch nicht zu so tragischen Konflikten führen. Und die Lebenslüge gegen sich selbst? Auch diese hat bei Ibsen scheinbar einen ganz anderen Sinn, als wie sie im Lichte unserer Lehre sich zeigt. Die grösste Schuld ist für L

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