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Jeschurun · 1928-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1928) · p. Seite 119

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1928)
Date
1928-01-01
Page
Seite 119 (sequence 119)
Language
German
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Bücherbespreehungen 119 einander ein entscheidendes immer ementes Problem gebildet hat. Wie lehrreich, wenn Scheler nnd Hartmann, 11m in unsere Gegenwart hineinzugreifen, das ״gute“ Handeln als den ״inneren Normzwang“ definieren, der von einer apriorischen Rangordnung, einer ״Werttafel“ wie ein Gebot ausgeht. Wie lehrreich, wenn Litt auf die Einmaligkeit dieser Wertttafel nach Person nnd Lebensmomenten hinweist — und also immer noch die Denk bewegung für die Ethik entscheidend ist. Denn was wir entnehmen, ist: Für das Judentum ist nicht Denkbewegung und Erlebnis* Ordnung Gegenstand der Ethik, sondern die normierte Tat. Sie gedacht und erlebt zu gestalten, ist ״unsere Weisheit, unsere Einsicht in den Augen der Völker.“ Und nun ist es vielleicht gut, dass unsere Bibel nicht bei dieser Ethik steht. Voll Anerkennung für die Leistung dieser Männer von Ruf danken wir ihnen für die Belehrung, die sie uns spenden. Auch für die ungewollte, indirekte ihres Schweigens. Denn die Sonderstellung des Alten Testamentes konnte nicht besser markiert werden. Es ist gut so. A. W. Eduard König, Der doppelte Wellhausianismus im Lichte meiner Quellenforschungen. C. Bertelsmann, Gütersloh 1927 (52 S. mit Bildnis des Ves Verfassers; 2 Rm.) Wie der Untertitel besagt, soll diese Schrift sein ״ein Rückblick auf die Mitarbeit im Gebiete der Sprach- und Religionswissenschaft“ seitens des Vfs. Bei jeder Selbstbiographie lässt es sich nicht vermeiden, dass die Kritik darüber einsetzt, ob die Persönlichkeit zu weit in den Vordergrund gerückt ist. Es ist Sache der Einstellung zu der Bedeutung des Autors. Rez. bringt dem Vf. um der Unerschrockenheit, die er in seinen Veröffentlichungen zeigt, und um der Verdienste willen, die er für die Apologetik in der Beurteilung der jüdischen Geschichtsquellen sich erworben, so grosse Verehrung entgegen dass ihn die manchmal in Einzelheiten persönlicher Erlebnisse sich verlierende Darstellung nicht stört. Jedenfalls ist das Schriftchen sehr geeignet, über die wichtigsten Kämpfe der neueren Zeit auf dem religionswissenschaftlichen Gebiete zu orientieren. Wir haben manchmal zu unserem;! Bedauern konstatieren müssen, dass auch in jüdischen Kreisen Königs Leistungen nicht nach ihrem ganzen Werte gewürdigt werden. Auch sie nennen eben vorzüglich nur Wissenschaft, was sich in destruktiver Kritik bewegt. Dass wir in dieser Schrift des Autors nicht nur eine trockene Bibliographie seiner Schriften haben (die an sich von grossem Werte und von der wir nur bedauern, dass sie vor allem inbezug auf seine Aufsätze nicht erschöpfend ist), dass wir auch das Wachsen und Werden seiner wissenschaftlichen Ueberzeugungen verfolgen können, begrüssen wir freudig. Rez. hat in Besprechungen von Werken des Autors (Jesch. X 95 f. XI 229—232 XIII 523 f.) oft genug hervorgehoben, dass das thoratreue Judentum auch ihm nicht auf den Wegen seiner Literarkritik folgen kann. Das darf uns nicht hindern anzuerkennen, dass seine systematischen und exegetischen Werke eine Fundgrube neuer Erkenntnisse sind und vor allem reiches Material bieten zur Widerlegung der religionsgeschichtlich orientierten Bibelkritik. Es war uns entgangen, dass der verehrte Senior der alttestamentlichen Wissenschaft vor einiger Zeit sein achtzigstes Jahr zurückgelegt. Wir holen die Glückwünsche hiermit nach. Möge es unserem verehrten Mitarbeiter, der seit einem Jahrzehnt auch dem ״Jeschurun“ so wertvolle Beiträge zur Verfügung gestellt hat, vergönnt sein, noch viele Jahre in der alten Geistesfrische seiner grossen Aufgabe zu dienen.׳ J. W.

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