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Jeschurun · 1928-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1928) · p. Seite 120

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1928)
Date
1928-01-01
Page
Seite 120 (sequence 120)
Language
German
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120 Bücherbesprechungen ספר עוללות ומלילות. Aehren und Beeren. Homiletische Weckrufe an die zeitgenössische Jadenheit an Hand der Feste, Sabbate und gehobenen Momente des jüdischen Lebens. Von Dr. Adolf Altmann, Ober• rabbiner in Trier. — B<L I. Feste und Sabbate. Druck und Verlag von C. Angermayer, A. Alkalay & S. Nachf. Pressburg 320 S. Der jüdische Predigtstil hat sich mit der Entwicklung der deutschen Sprache in den letzten Jahrzehnten erheblich ändern müssen. Aber auch die mannigfachen Probleme, die der moderne Rabbiner seiner Gemeinde za entrollen und zu lösen hat, sind vielfarbiger und bewegter geworden, haben den Rahmen des alten Stils gesprengt und eine neue Sprache geschaffen. Freilich verstehen nur wenige jüdische Kanzelredner diesen Umwälzungen Rechnung zu tragen und doch dabei der alten דרשה treu zu bleiben, — umso erfreulicher ist es, wenn uns jetzt ein homiletisches Werk geboten wird, das nach Inhalt und Sprache diesen Anforderungen gerecht wird. Es sind eigentlich nicht Predigten im schablonenmässigen Sinne, sondern — zum grössten Teil — in Poesie und Gedankentiefe getauchte Geistesgebilde, Ansprachen an die Geister and Seelen jüdischer Menschen, Persönlichkeit«- Übertragungen. Es ist ein neuer Predigtstil, der sich uns zeigt. Feine Lyrik — besonders zart und abgestimmt in »Friede und Freude“ oder »Gott, Mensch und Schicksal“ — verbindet sich mit jüdischer Wirklichkeit und Tatforderung. Den weiten, reichen Haggadakreis in Talmud und Midrasch weiss der Verfasser für seine tiefernste Formung von »Weckrufen“ an die Zeit souverän zu gebrauchen, mitunter sehr pointiert auch die halachische Ethik. Geschickt wird ebenso die Parabel herangezogen. Wir vermissen allerdings oft die volle Anführung der verwendeten Stellen aus Talmud und Midrasch. Wichtige Zeitfragen, wie das Führerproblem, die Parteifrage, Erez Jisroel, Volkseinheit, Erziehung, Eheheiligkeit, das soziale Problem u. a. m. erfahren eine gründliche, herzansprechende Beleuchtung. Die Darstellung des Sabbaths z. B. wird sicherlich auf jedes jüdische Gemüt seine Wirkung nicht verfehlen und erinnert in der Kraft ihrer Darlegung an S. R. Hirsch’s Behandlung des »jüdischen Sabbats“. Neue Gesichtspunkte und Deutungen werden vorgeführt. Aesthetischen und psychologischen Momenten ist ein breiter, manchmal vielleicht auch allzubreiter Raum gewährt. So ist das Werk nicht nur für predigende Fachgenossen, sondern auch als Quelle geistig-ästhetischen Genusses und reicher Anregungen für Jung und Alt wärmstens zu empfehlen. P. H. Isak Unna: Tierschutz im Judentum. J. Kaufmann Verlag, Frankfurt a. M. 1928. 24 S. Ein an sich nur kleines Büchlein, das aber in aller Kürze das Wesentliehe, was hier zu sagen ist, zusammenträgt. Die Stellung der Griechen und Römer und im Vergleich die von Bibel und Talmud und der späteren Dezisoren werden dargestellt, auch die Anschauungen unserer Religionsphilosophen berücksichtigt. Die heutzutage so aktive Gegnerschaft gegen das Schächten wird besonders beleuchtet, wobei allerdings der so instruktive Aufsatz von Dr. med. Jacob Levy ״die Schächtfrage“ (Jesch. XIV, S. 651—575) noch nicht berücksichtigt ist. Das Büchlein wird, zumal es von der Autorität eines durch seine talmudische Gelehrsamkeit anerkannten Rabbiners getragen ist, in der Abwehr gute Dienste tun. —h. Verantwortlicher Redakteur Dr. J. Wohlgemuth, Berlin Drude von Itakowski & Co., Berlin N 24, Auguststr. 69

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