Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 112 (sequence 112)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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112 Die Komposition der Sammlungen usw. In das Verzeichnis wurde auch, soweit feststellbar, der Name des Autors jedes Responsums aufgenommen. Der 184) Benjamin Lewin hat in der Einleitung zu seiner klassischen Edition des אגרת רב שרירא גאון der Pieneschreibung eine grössere Untersuchung gewidmet (S. LIII-LX1I). Unter Beibringung weitschichtigen Materials sucht er den Nachweis dafür zu erbringen, dass der Gebrauch von Konsonanten anstelle der Yokale, den die Franzosen, durch Palästina angeregt, wo die Pieneschreibung verbreitet war und woher auch sonst mancherlei über Italien zu ihnen kam, in ihrer Weise ausgestalteten, nur in Frankreich und Deutschland, nicht aber in Spanien Anwendung gefunden habe. Hiergegen spricht aber wohl der Umstand, dass einerseits zahlreiche Handschriften der ersten Gruppe die gewöhnliche Schreibung aufweisen, andererseits sie uns in der Mehrzahl der aus Spanien stammenden alten Manuskripte begegnet, so von 3' הג׳wn-Hand- Schriften in den zweifellos in Nordafrika geschriebenen und mit höchster Wahrscheinlichkeit von Palästina nicht beeinflussten (Fragmenten von) Hand- Schriften der Geniza in Kairo, ferner גיה, wie Harkavy in der Einleitung S. YH darlegt, und der wahrscheinlich auch dort hergestellten *״»-Hs., die ja Ch. Modai in Aegypten erworben hat (8. S. 99). Wenn daher nur die französischen Hss. des אגרת רש״ג diese Schreibung haben, so vielleicht deshalb, weil sie alle auf dieselbe Hs. zurückgehen. (Auch Rapoport, zu ג״ק S. 3 b, der ebenfalls (irrig) annimmt, dass die Pieneschreibung ein Spezifikum der französischen Juden wäre, zieht daraus, dass ג״ק sie hat, den Schluss, dass die Sammlung in Frankreich entstanden sein müsse. Kann jedoch die Schreibweise nicht erst von einem Abschreiber herrühren?) — Wie das insbesondere in letzter Zeit bekannt gewordene Material der Geniza zeigt, war diese Transkriptionsmethode bei den Sephardim schwerlich Entlehnung aus Frankreich, wie Lew. S. LYI andeutet, sondern dort schon spätestens im IX. Jhdt. üblich, was die lange vor dem Aufkommen einer jüdischen Literatur in Deutschland nnd Frankreich angefertigten, aus dieser Zeit stammenden Geniza-Handsehriften mit babylonischer Punktation beweisen, die wohl stets Pieneschreibung anwenden. (Beispiele hierfür bietet Ch. B. Friedmann, Zur Geschichte der ältesten Mischna-UeberlieferUDg, JLG. XVIII (1926) S. 265 ff.) Ihre Entstehung erklärt sich leicht aus dem Bedürfnis, die Vokale in irgend einer Form wiederzugeben, und vor der Einführung der besonderen Vokalzeichen durch die erst später entstandenen Punktationssysteme, nämlich das palästinensische, babylonische und tiberische, war sie die einfachste Bezeichnungsweise. Ihr Vorhandensein lässt daher den ^Rückschluss auf ein hohes Alter einer Hs. zu und Kahle (״Massoreten des Westens״, Stuttg. 1927, S. 83) sieht daher in einem Oxforder Ms., das superlinear geschriebene Konsonanten, nämlich א ä, י i, ע a (patach) (anstatt der Vokale) neben einer Punktation aufweist, den ältesten aut1 uns gekommenen Bibeltext. Die Sephardim behielten ihre Methode sehr lange bei, und noch im XII. Jhdt