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Jeschurun · 1928-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1928) · p. Seite 87

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1928)
Date
1928-01-01
Page
Seite 87 (sequence 87)
Language
German
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Der Gottesdienst usw. 87 dim an, ob sie den Aschkenasim ihre.Bitte auf Gewährung einer Schechita bewilligen dürfe, ob auch diese Neuangekommenen ,als Kinder Abrahams“ gelten können, die nach dem Koran allein schechitaberechtigt sind. Diese Frage wurde von den Sefardim verneint. Ihre Abstammung wurde in Zweifel gezogen, offenbar weil die Sefardim in manchen Fragen der Schechita und Bedika abweichend von den nach dem R’mo sichrichtenden Aschkenasim verfuhren. Eine ungeheure Verbitterung war die Folge. Von islamischen Gelehrten mussten die Aschkenasim ein Gutachten erwirken, dass sie auch Kinder Abrahams seien und ihre Schechita den Mohammedanern erlaubt sei. (תבואת הארץ S. 349). Zu solchen Konsequenzen führt die zu Ende gedachte Alleinherrschaft eines Minhag. Aber wenn der messianische Gedanke und Idee von der einheitlichen Tora שלא תעשה תורה שתי תורות nicht die Gegensätze׳ zusammenführen kann, wenn der Standpunkt der ,zwei Gerichtshöfe“ in einer Stadt über die Klippe des לא תתגודדו, der Gruppen- und Sektenbildung hinwegführen soll (Jebamoth 13 b u. 14), dann mache man mit der Zwiegestalt, dem doppelten Gesicht des jüdischen Gebetes wenigstens soweit Ernst, dass nicht das eine ein Zerrbild, ein sich selbst überlassenes, keiner Pflege und Gestaltung bedürftiges Stiefkind des Judentums werde. Dann sei die Gemeinde, als Patronin und Verwaltungsbehörde aller ihr angeschlossenen jüdischen Bürger, sich ihrer Fürsorgepflicht gegen beide berechtigten, auf dem Boden der Tradition gewachsenen Minhagformen und Gebetsveranstaltungen bewusst und schäme sich der im modernen Staatswesen noch immer geltenden Lüge in der ungleichen Behandlung der privaten und öffentlichen Institutionen, unter der wir Juden speziell so viel gelitten haben und leiden. Dann herrsche unter gleichen Bedingungen der Entfaltungsmöglichkeit der ideale Wettbewerb zwischen den Bondern verschiedenen Minhags um die Palme der Vollendung und Vollkommenheit. Dieser Wettstreit, mit gleichen Waffen geführt, aus demselben Wunsch, der Vätertradition treu zu bleiben, wird als ein Streit um Gotteswillen •״מחלוקת לשם שמים beiden Seiten Segen

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