Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 84 (sequence 84)
- Language
- German
- Belongs to
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84 Der Gottesdienst usw. תלמודה של בבל, um ganz die ehemalige Art des Lernens vergessen, ganz in die neue Art eingehen zu können. Die messianische Bereit* schaft hat bei uns selbst zu beginnen; wie weit wir den Willen zum Kibbuz Goliaus, zur Verschmelzung in die uns nun einmal von der Vorsehung dargebotene Gemeinschaft Israels haben, so weit sind wir der Erlösung würdig. Je bewusster diese Ein* fühlung geschieht, desto leichter ist sie. Unseren Grössten war sie Selbstverständlichkeit. Oder glaubt jemand, dass der Rosch, ein Rabbiner im bayerischen Mittelfranken, der nach Spanien flüchtend, in Toledo, der grössten sefardischen Gemeinde, zum Rabbiner gewählt wurde, nicht ganz und gar in die neue Eigenart unterzutauchen bereit und fähig war? Oder der Rambam, als er, ein ]Fremder, in Aegypten seine neue Heimat uud zugleich seino neue Wirkungstätte fand? Oder Bartinoro als er, sehnsuchts* erfüllt von Italien kommend, in Jeruscholajim der Rischon Lezion wurde? Ist anders das Gebet Opferdienst des Herzens, so haben wir alle mit unsrem Herzensopfer das einheitliche Gebet der Gemeinde herbeizuführen. Als der berühmte Altonaer Raw der כנסת יחזקאל von einem Aschkenasi angefragt wurde, ob sein sefardischer Hauswirt ihm das Chanukalichtzünden nach dem מנהג אשכנז verbieten dürfe, rief jener aus: warum habt ihr Sefardim den Minhag der Aschkenasim, die vor euch in diesem Lande wohnten, gebrochen? (Teschuwa 17) Diese Forderung blieb unerfüllt; man vergass die Zukunft über der Gegenwart, das Ganze über dem Individuellen, Besonderen. Aber Zion trauert über diese Zerklüftung und Zerspaltung ihrer an einem Orte wohnenden Kinder. Allerdings scheint mir, dass wir Ortseingesessen zu starr an unsren Minhagim festgehalten haben, dass wir nicht in Würdigung der seelischen Schwierigkeiten, die den vielen Neuankömmlingen in der geforderten Anpassung erwuchsen, ein Entgegenkommen, eine gewisse Rücksicht haben walten lassen. Nicht immer in unsrer Geschichte galt solche Unnachgiebigkeit gegen den fremden Bruder. So berichtet das Buch ספר תבואות (1״ :הארץdie Synagoge des Ramban in Jerusalem war s. Z. *) von dem aschkenas. Rabbiner (רבי יהוסף שווארץ (ירושלים תי״ס דף חס״ו..