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Jeschurun · 1928-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1928) · p. Seite 81

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1928)
Date
1928-01-01
Page
Seite 81 (sequence 81)
Language
German
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Der Gottesdienst usw. 81 Leider muss die Auseinandersetzung mit den Gegnern der einheitlichen Synagoge auch in die Niederung hinabsteigen, um gegen sog. praktische Argumente sich zu rechtfertigen. Kleine Gebetszirkel, wird gesagt, können sich den Wohnverhältnissen besser anpassen: eine Vereinheitlichung des Gottesdienstes wird immer vielen den Weg zum Gotteshause erschweren. Ferner: der grosse Gottesdienst mit seinen weihevolleren Formen wird immer länger dauern als das schlichte Gebet im Kleinen, es wird daher vielen physisch ein zu grosses Opfer auferlegt, dass sie nichts geniessen können bis zu der späten Stunde der Beendigung der Tefilla. Die Frage von der Dauer des Gottesdienstes soll uns noch speziell beschäftigen. Hier, wo wir die Ideale der Gemeinsamkeit erörtern, haben wir nur klipp und klar es auszusprechen, dass die Pflicht der Rücksichtnahme auf solche Bedenken eine begrenzte ist oder richtiger, dass ein auf den Ehrentitel eines ירא שמים Anspruch Erhebender in dieser Hinsicht nur geringe Berücksichtigung fordern kann. Bestimmt doch der Din (Or. Chaj. 90, 12 Baer Hetew.), dass wer zwischen zwei Synagogen die Wahl hat, die entfernter liegende wählen soll, um des ״Lohns der Schritte״ willen, um in dieser Mühewaltung die Unbedingtheit der religiösen Pflicht noch augenfälliger zu machen. Demjenigen aber, der die späte Frühstücksstunde nicht ertragen kann, sei der schlichte Wortlaut des Or. Chajim 89, 4 zur Antwort gegeben: Der Hungrige und Durstige gehört zu den Kranken; kann er andächtig sein (ohne sich gestärkt zu haben), so bete er so; wenn nicht, so braucht er, wenn er will, nicht beten, bis er gegessen und getrunken hat. Du willst diese Erleichterung nicht? Aber um deiner selbstgewählten Erschwerungen willen"darf die Gesamtheit und ihre Forderungen nicht leiden. Dann bleibt Dir nichts Anderes als die Auskunft des Baer Hetew. 89, 11: ״Wer alt oder schwach ist und kann besonders am Sabbath und Festtagen den späten Ausgang des Gebetes nicht ab warten, der mag Schacbaris zu Hause beten, Kiddusch machen und etwas essen und sei dann 6

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