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Jeschurun · 1928-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1928) · p. Seite 80

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1928)
Date
1928-01-01
Page
Seite 80 (sequence 80)
Language
German
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80 Der Gottesdienst usw. Es waren das offenbar selbst zur Amoräerzeit nur wenige; nach der ersten Talmudstelle Berach. 8 a ging selbst Abaje zuerst nach der Gewohnheit Aller vom Lernen fort in die Synagoge zum Beten, Raw Ammi und Raw Assi Hessen nur deshalb die 13 Gebetsstätten unbesucht, weil sie eben zwischen den Säulen, an denen ihr fester Platz im Lehrhaus war, beten wollten Bei ihnen erfolgte tatsächlich mitten aus dem Lernen heraus die Tefilla. Wir vermuten, dass sie deshalb auch פסוקי דזמרא nicht sagten, sondern כדי לעמוד בתפלה מתוך ד״ת im unmittelbaren Anschluss an das Lernen sich zur Tefilla stellten. Solche Männer bedürfen der Anregung, der Andachtserweckung nicht, nicht der langen inneren Sammlung, der die חסידים הראשונים nicht entraten wollten. Der Ernst des כובד ראש״, Gott in Furcht zu dienen®, galt für sie weniger. Sie konnten מתוך שמחה aus der Freude des Lernens, aus der Lösung aller Probleme מתוך הלכה פסוקה sich unmittelbar an Gott wenden mit den Anliegen ihres Lebens. (Vergl. Or. Ch. 93 mit R’mo). Lächerlich wirkt dem gegenüber der Anspruch der בית המדרש Institute von heutzutage, die nur zur Gebetstunde geöffnet werden, ja wo nicht einmal die Lernräume, sondern ein spezieller Gebetsraum zur gegebenen Stunde sich auftut. Für heute gilt vielmehr die zweimalige Entscheidung des R’mo (Or. Ch. 68, 1 uud 90, 10), welche die Teilnahme an dem längeren, zeitraubenden Gottesdienst der Gemeinde zur Pflicht macht: man bete die Pijutim und Bittgebete mit der Gemeinde und scheide sich nicht von der Gemeinde, sogar wenn man sich mit Tora beschäftigen will. Oder noch deutlicher das Wort 90, 18: ״Nur der, dem Toralernen Lebensberuf ist und der niemals sein Lernen unterbricht, für den gilt das Beten im Lehrhaus als Pflicht; und dennoch soll man sich nicht gewöhnen 80 zu tun, damit Unwissende sich daran kein Beispiel nehmen und von der Synagoge fernbleiben.“ Es gibt hiernach in ganz Deutschland kaum einen Einzigen, der berechtigt wäre, um einer Klaus willen den Gesamtgottesdienst der Gemeinde zu meiden.

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