Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 76 (sequence 76)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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76 Der GottesdieDst usw. der Synagoge eine Lücke, eine Bresche in der Kraft der Religion erblickt. Und er versündigt sich national: denn er lockert den Zusammenhang des Judentums, das Band der Herzen, die Kraft der öffentlichen jüdischen Meinung, die geschichtliche Einheit und Kontinuität unsrer Gemeinschaft, die sich durch den gleichmassigen Besuch derselben Synagoge herausbilden und stets vertiefen würde. Hüte deinen Fuss, rufen wir jedem Juden in Anspielung auf Koheleth zu, nicht zu gehn in das Haus Gottes. Wer nicht mit der grossen Gesamtheit an ihrem Freud und Leid, ihrem Jubel und ihren Tränen, ihren Feiern und Fasten, an geschichtlichen und religiösen Erinnerungen teilnimmt, der hat durch sein gleichgültiges Fehlen die Ehre Israels in den Staub getreten. Die Halacha statuiert allerdings nur eine Mindestzahl von zehn erwachsenen Betern für den Begriff des Zibbur, der Gemeinde. Sie fordert, wenn man den Wortlaut der gesetzlichen Bestimmungen als Masstab nimmt, nicht mehr als das Minjan. Ja, wenn Rabbi Jose Haglili mit Rabbi Akiba über das gemeinsame Tischgebet streitet und jener in einer höheren Zahl der Teilnehmer eine höhere Stufe der Gottesanerkennung finden will, so dass 10 nicht so sprechen dürfen wie 100, 1000 und mehr, erwidert ihm dieser: ״Wie ist es denn im Bes- Haknesses? Ob zehn, ob zehn Myriaden, sie beten stets in gleicher Weise אחד עשרה ואחד עשרה רבוא (Ber. 49b)\ Wie Rabbi Akiba fällt die Entscheidung der Halacha. Das konnte auch gar nicht anders geschehen. Durfte etwa den Betern einer Kleingemeinde, denen des Trauerhauses, oder denen, die in der grossen Synagoge einen Platz nicht mehr finden können, ihre Tefilla als nicht gleichwertig, als minderen Ranges hingestellt werden? Dennoch wäre es gänzlich verfehlt, daraus den Schluss zu ziehen, als wäre die Zahl der Beter als solche gleichgültig. ״Es ist nicht zu vergleichen, wenn wenige die Tora üben oder viele sie üben. WeDn fünf Schwache hundert schlagen, so bringen Hundert eine Myriade von Feinden zu Fall.״ (Sifra zu Lev. 26, 8 u. Raschi das.) Je mehr Volkes, desto grösser die Herrlichkeit des Königs. Von dem tiefen Bronnen der